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27-Jähriger zum zweiten Mal festgenommen Verdacht des Totschlags: Schwager von vermisster Rebecca in Haft

Rebecca Reusch ist am Morgen des 18. Februar 2019 verschwunden. Früher als nötig bricht sie zur Schule auf, kommt dort aber nicht an. Weil die Polizei Berlin schnell von einer Straftat ausgeht, ermittelt vier Tage später eine Mordkommission. Am 28. Februar gibt die Polizei Berlin die Festnahme eines Verdächtigen bekannt, nennt aber zunächst keine Details. Am 1. März durchsucht die Polizei das Haus und den Garten von Rebeccas ältester Schwester und deren Mann. Was die Ermittler gefunden haben, ist bislang nicht klar. Nach den Durchsuchungen gibt die Polizei bekannt, dass der Festgenommene Rebeccas Schwager war. Der Beschuldigte wird wieder freigelassen. Rebecca bleibt verschwunden. Die Polizei geht mittlerweile von einem Tötungsdelikt aus. Aus der Bevölkerung gehen über 180 Hinweise ein. Eine am 3. März von Rebeccas Schwester ins Leben gerufene Suchaktion bleibt erfolglos. Am 4. März erlässt ein Ermittlungsrichter dann doch Haftbefehl gegen den Schwager des Mädchens. Der 27-Jährige stehe unter "dringendem Tatverdacht des Totschlags". Laut Ermittlern bestehen Widersprüche zwischen "seinen Angaben und den neusten Ermittlungsergebnissen." "Berliner Kurier" und andere Medien berichten, dass die Polizei im Kofferraum des Autos der Schwester Haare der Vermissten gefunden hat.
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Der rätselhafte Fall der vermissten Schülerin ist weiter ungeklärt. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann von Rebeccas Schwester mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun hat – und hat ihn nun zum zweiten Mal festgenommen.

Nach dem rätselhaften Verschwinden der 15-Jährigen Rebecca aus Berlin vor zwei Wochen hat ein Ermittlungsrichter Haftbefehl gegen den Schwager des Mädchens erlassen. Das teilte die Berliner Polizei mit.

Der Beschuldigte stehe unter "dringendem Tatverdacht des Totschlags", so die Ermittler. Der 27-Jährige sei in Berlin festgenommen worden.

Zuvor wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft erneut einen Haftbefehl gegen den 27-jährigen Mann durchsetzen wollte. Ein Richter hatte es noch am Freitag abgelehnt, den verdächtigen Deutschen in Untersuchungshaft zu nehmen. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde ein, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen erfuhr.

Wo ist Rebecca? Was weiß ihr Schwager?

Die Polizei hatte den Mann am Donnerstag erstmals festgenommen und musste ihn am Freitag wieder freilassen, weil die vorgelegten Beweise dem Richter nicht für einen Haftbefehl und die Untersuchungshaft ausreichten. Worauf sich der Verdacht gegen den Schwager konkret stützt, sagte die Polizei nicht. Sie erklärte nur, es gebe nicht aufzuklärende Widersprüche "zwischen seinen Angaben und den neusten Ermittlungsergebnissen".

Die Spurensicherung des Landeskriminalamtes hatte das Haus der Schwester und ihres Mannes im südlichen Berliner Stadtteil Britz am Freitag durchsucht. Die Auswertung könne Tage dauern, hieß es. Es war auch nicht die erste Durchsuchung der Räume. 

Rebecca hatte dort übernachtet. Am Morgen war sie nicht mehr da und tauchte nicht in der Schule auf. Mit ihr soll auch eine Decke aus dem Haus verschwunden sein. Kurz darauf wurde ihr Handy dauerhaft abgeschaltet. Nach einigen Tagen übernahm eine Mordkommission die Ermittlungen. 

Polizei geht von einem Verbrechen aus

Die Schülerin war am 18. Februar verschwunden. Bis heute fehlt von ihr jede Spur. Trotz intensiver Suche wurde sie weder lebend gefunden noch wurde ihre Leiche entdeckt. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass sie getötet wurde. Das hatte sie am Freitag offiziell mitgeteilt. Bis Montagvormittag gingen 180 Hinweise bei der Polizei ein, wie eine Sprecherin sagte.

Wie das Mädchen spurlos verschwinden oder ihre Leiche beseitigt werden konnte, stellt die Polizei und auch die Öffentlichkeit vor ein Rätsel. Suchhunde der Polizei, die Auswertung von Handydaten, Fahndung mit Fotos und Aufrufe der Familie im Internet – nichts brachte bisher weiterführende Hinweise.


Suchaufruf der Polizei

Rebeccas Kleidung
Rebeccas Kleidung: rosafarbene Plüschjacke, weißer Kapuzenpullover mit Aufschrift, schwarz-weiße "Vans"-Schuhe, roter Rucksack, blaue Jeans mit zerrissenen Knien, beige-rosafarbene Handtasche
© Polizei Berlin

Rebecca ist 15 Jahre alt, könnte aber älter erscheinen. Sie ist 1,70 bis 1,80 Meter groß, schlank und hat dunkelblondes bis braunes, schulterlanges Haar. Bei ihrem Verschwinden war die Schülerin mit einer rosafarbenen Plüschjacke, einem weißen Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Rap Monster 94" und "BTS", einer blauen Jeans mit zerrissenen Knien und schwarz-weißen "Vans"-Sportschuhen bekleidet. Sie hatte eine beige-rosafarbene Handtasche und einen roten Rucksack bei sich.

Die Beamten haben unter anderem folgende Fragen:

  • Wer hat Rebecca am Morgen des 18. Februar 2019 im Bereich zwischen Maurerweg und Fritz-Erler-Allee in Berlin gesehen?
  • Wer hat sie nach dem 18. Februar 2019 noch gesehen oder Kontakt zu ihr gehabt?

Hinweise auf den Aufenthaltsort von Rebecca nimmt die Berliner Polizei unter der Telefonnummer (030) 4664911333 oder per E-Mail entgegen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde aktualisiert, nachdem der Haftbefehl gegen den Schwager von Rebecca erlassen wurde.

wue DPA

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