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Video Olympia ruft: Syrischer Boxer im Flüchtlingsteam

O-TON WESSAM SALAMANA: “Hallo, ich bin Wessam. Ich komm aus Syrien. Ich bin Flüchtling. Und nächsten Monat mach ich in Tokio. Ich bin Boxer. Dann sehen wir uns in Tokio.” Sport verbindet. Und hier kann man das besonders gut erkennen. Der 35-jährige Boxer Wessam Salamana ist vor Jahren aus Syrien geflüchtet. Er lebt und trainiert zurzeit in Völklingen. Durch seine guten Leistungen hat er es geschafft nach Tokio zu den Olympischen Spielen fahren zu dürfen. Aber er startet dort nicht für sein Geburtsland, sondern für das Flüchtlingsteam. O-TON WESSAM SALAMANA: "2011 kommt der Aufstand bei uns in Syrien und am Anfang war alles okay, aber ein Jahr später war alles sehr schlimm. Es herrschte Krieg, es gab viele Bomben und man konnte dort nicht leben. Deshalb habe ich die Entscheidung getroffen, dass meine Frau und ich und mein Kind, müssen wir flüchten.” Salamana hat bereits olympische Luft geschnuppert. 2012 in London. Dort war er noch unter der syrischen Flagge gestartet. Nun hingegen ist er Teil eines erweiterten Flüchtlingsteams von 29 Athleten, die in 12 Sportarten bei den Spielen in Tokio antreten werden. Wichtig für seinen Erfolg ist die gute Integration in Deutschland. Sein Trainer Heiko Staacke: O-TON BOXTRAINER, HEIKO STAACKE: “Für Sport ist egal, ob ich jetzt in eine andere Stadt ziehe, oder wie bei Wessam, ob man ein Flüchtling ist. Es ist immer eine gute Chance, in das System reinzukommen. Weil im Sport gibt es viele Leute mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und man kann viele Kontakte knüpfen. Sport ist immer vorne dabei, wenn es um Integration geht." Neben dem Sport ist jedoch auch die Beherrschung der deutschen Sprache extrem wichtig, wie Völklingens Bürgermeisterin Christiane Blatt betont: O-TON VÖLKLINGER BÜRGERMEISTERIN CHRISTIANE BLATT: “Die Sprache ist, glaube ich, das allerwichtigste bei der Integration, deshalb ist das eine sehr gute Sache. Wir sind froh, dass wir hier in Völklingen sehr gute Vereine haben, hier der Sportclub sowieso, aber auch andere. Und die Möglichkeit gegeben ist, für Menschen, die der Sprache noch nicht so mächtig sind, sich hier zu integrieren und Kontakte zu bekommen und natürlich auch die Sprache gefördert wird.” Und das, was für den ehrgeizigen Boxer gilt, gilt natürlich für alle Flüchtlinge, die integriert werden wollen. 2015 kam eine Rekordzahl von 1,1 Millionen Migranten in Deutschland an. Und auch da hat sich bereits gezeigt, dass eine gute Integration durch Sprache und Sport helfen kann, wenn man sich durchboxen will. Und Wessam Salamana schaffte auf diesem Weg nun sogar, sich für die olympische Reise nach Tokio zu qualifizieren.
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Der syrische Flüchtling Wessam Salamana lebt und trainiert seit Jahren in Deutschland.

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