Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
ungeachtet der indirekten Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA unter Vermittlung des Oman bringt US-Präsident Donald Trump sein Militär am Golf in Stellung. Wie ich in den vergangenen Stunden beim amerikanischen Sender CNN unter Berufung auf Stimmen aus dem Weißen Haus gelesen habe, sollen die Amerikaner im Prinzip ab dem Wochenende für einen ersten Schlag bereit sein.
Die Militärpräsenz, die die USA in der Zwischenzeit in der Region aufgebaut haben, ist in der Tat beachtlich. Der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ ist mit seinen Begleitschiffen bereits in Stellung, der Flottenverband rund um die „USS Gerald R. Ford“, den größten Flugzeugträger der Welt, ist auf dem Weg von der Karibik in den Golf. Darüber hinaus sind weitere Kriegsschiffe der US-Marine vor Ort, außerdem viele Flugzeuge der US-Luftwaffe. In den vergangenen Tagen bemerkten Experten zudem viele Frachtflugzeuge des US-Militärs, die in Richtung Naher Osten unterwegs waren. Und: Die USA unterhalten ohnehin mehrere ständige militärische Stützpunkte in arabischen oder angrenzenden Ländern.
Trump angeblich in Angriffsfrage unentschlossen
Allerdings hat sich der US-Präsident nach CNN-Informationen bisher nicht zu einer Entscheidung durchringen können. Aus Trumps Sicht gebe es sowohl Gründe, die für einen Angriff sprechen, als auch Argumente gegen einen Militärschlag. „Er verbringt eine Menge Zeit damit, darüber nachzudenken“, wird eine der namentlich nicht genannten Quellen zitiert. Karoline Leavitt, die Pressesprecherin des Weißen Hauses, hatte zuvor gesagt, Diplomatie sei zwar stets die erste Option, ein Militärschlag bleibe aber auf dem Tisch.
An diesem Donnerstag wiederum kommt erst einmal Trumps umstrittener Friedensrat in Washington zu seiner ersten Sitzung zusammen. Der Fokus wird allerdings wohl nicht auf dem Iran, sondern auf der weiteren Entwicklung im Gazastreifen liegen. Meine Kollegen Leonie Scheuble und Fabian Huber haben sich "Trumps Politik-Club" mal näher angesehen.
Wer trägt die Verantwortung am Berg?
Es müssen dramatische Stunden gewesen sein, die sich in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2025 am Großglockner in Österreich abgespielt haben. Ein Paar hatte sich gemeinsam an die anspruchsvolle Besteigung des höchsten Gipfels im Alpenland gemacht. Der heute 37-jährige Thomas P. gilt als erfahrener Bergsteiger, seine 33-jährige Freundin Kerstin G hatte deutlich weniger Erfahrung. In der Nacht ließ P. seine Partnerin kurz unterhalb des Gipfels zurück, und machte sich an den Abstieg. Kerstin G. war völlig entkräftet und Thomas P. wollte Hilfe holen. Die hatte das Paar nicht lange vorher noch abgelehnt, als Bergretter auf sie aufmerksam geworden waren.
Die Hilfe kommt zu spät. Kerstin G. kann am folgenden Morgen nur noch erfroren geborgen werden. Ein tragisches Unglück – oder fahrlässige Tötung? Über diese Frage entscheidet heute das Landesgericht Innsbruck. Die Staatsanwaltschaft wirft Thomas P. vor, eine Reihe von Fehlern begangen zu haben und außerdem die mangelnde Erfahrung seiner Freundin nicht berücksichtigt zu haben. Dessen Anwalt gibt an, das Paar habe die Tour gemeinsam geplant. Die Frage nach der Verantwortung am Berg ist bei privaten Aufstiegen nicht so einfach zu beantworten wie etwa bei kommerziellen Bergtouren.
Mein Kollege Jonas Niesmann hat die Ereignisse vom Großglockner für Sie rekonstruiert.
5-Minuten-Talk: Der Selbstfesselungskünstler Friedrich Merz
Am Freitag und Samstag trifft sich die CDU in Stuttgart zum Bundesparteitag. Pünktlich zum Start macht ihr Vorsitzender, Kanzler Friedrich Merz, den Delegierten ein Geschenk. Wenn sie schon auf Reformen warten müssen, so sei zumindest eines fest versprochen: Mit ihm werde es keine Steuererhöhungen geben.
Aber: Wie will Schwarz-Rot dann die fest verabredete Steuerreform finanzieren? Wie einen neuen Haushalt aufstellen, in dem schon ohne die geplanten Entlastungen Milliardenlöcher klaffen? Meine Kollegen Veit Medick und Jan Rosenkranz diskutieren über einen Kanzler in der Klemme.
Und sonst? Weitere Schlagzeilen
Das passiert am Donnerstag, dem 19. Februar
- Erste Zusammenkunft des Friedensrates von US-Präsident Donald Trump erwartet
- Urteilsspruch gegen Südkoreas Ex-Präsidenten Yoon Suk Yeol
- Olympische Winterspiele: Diverse Entscheidungen (Hier geht es zum Newsblog)
Unsere stern+-Empfehlung des Tages
Ich bin nun schon einige Jahre im Berufsleben und habe einige Gehaltsgespräche geführt. Einige verliefen aus meiner Perspektive durchaus erfolgreich, viele ehrlicherweise jedoch nicht. Ich habe sehr unterschiedliche Gründe gehört, warum meine Frage nach mehr Geld bei allem Wohlwollen „jetzt gerade wirklich schwierig sei“. Nun, dieser Tanz gehört wohl dazu. Ich werde für meinen Teil einfach dranbleiben.
Mein Kollege Leon Berent nennt es eine „ewige Schlacht“: Mitarbeiter, die eine Gehaltserhöhung einfordern, gegen Chefs, die sich weigern. Mit einem Verhandlungsexperten sprach er darüber, wie Mitarbeiter sie gewinnen können.
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Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag!
Patrick Rösing