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Knapp 35.000 Morde: Mordrate in Mexiko so hoch wie noch nie seit Beginn der Zählung

Mexiko hat stark mit der organisierten Kriminalität im Land zu kämpfen. Dies schlägt sich offenbar auch auf die Mordrate nieder: Knapp 35.000 Morde wurden im vergangenen Jahr registriert – das entspricht 95 Morden pro Tag.

Ein Tatort in Guadalajara, Mexiko

Ein Tatort in Guadalajara, Mexiko

AFP

In Mexiko hat es 2019 so viele Mordfälle gegeben wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1997. Insgesamt seien 34.582 Morde im vergangenen Jahr registriert worden, teilten die Behörden des Landes mit. Mit fast 3000 Fällen seien die meisten Menschen im Monat Juni getötet worden. Die Mordrate des Gesamtjahres entspricht demnach 95 Morden pro Tag.

Die Behörden machten keine Angaben dazu, wie viele der Fälle in Verbindung zur organisierten Kriminalität stehen. Die Gewalt in dem Land hat seit dem Jahr 2006 massiv zugenommen. Damals startete die Regierung eine umstrittene Militäroffensive gegen Drogenkartelle. Seither wurden fast 275.000 Menschen in Mexiko getötet. 2018 hatte es landesweit gut 33.700 Morde gegeben.

Kriminalität und Gewalt in Mexiko hat sich nicht verbessert

Die Rekord-Zahl bei den Morden in Mexiko ist eine Herausforderung für den neuen Präsidenten des Landes, Andres Manuel Lopez Obrador. Dieser übernahm im Dezember 2018 das Amt und versprach, die Kriminalität im Land einzudämmen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Dennoch ist die Zahl der Morde gestiegen.

Trotz Verhaftungen oder Tötung von führenden Drogenbossen, ist eine Eindämmung der Gewalt nicht gelungen. Stattdessen sind seitdem die Mordraten gestiegen, da sich kriminelle Gruppen auch untereinander bekämpfen würden, so Reuters weiter.

Gesetzesreform soll Gewalt in den Griff bekommen

Um das Problem in den Griff zu bekommen, wurde mexikanischen Abgeordneten ein Vorschlag vorgelegt, der eine Überarbeitung des Strafjustizsystems vorsehe. Dies beinhalte, dass die Sicherheitskooperation mit den USA erleichtert werden könne, so Reuters weiter. Der mexikanische Senat könnte nächsten Monat darüber abstimmen.

In den vergangenen Monaten wurde Kritik an der Regierung laut, dass diese zu schwach sei. Der mexikanische Generalstaatsanwalt Alejandro Gertz teilte den Senatoren mit, der Plan werde die festgefahrene Korruption und Straflosigkeit sowie die Wurzeln krimineller Aktivitäten angreifen, so Reuters.

Quellen: Nachrichtenagenturen AFP und Reuters

rw
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