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Bergungsaktion in Chile: Tag der Entscheidung am Mittwoch

Die Befreiung der 33 verschütteten Bergarbeiter rückt näher. Die Planungen sind in vollem Gange - Hubschrauber proben bereits den Transport in umliegende Krankenhäuser. Dennoch drohen bei der Aktion eine Reihe von Risiken.

Das Ende ist in Sicht: Die letzten Planungen für die spektakuläre Bergung der 33 verschütteten Kumpel in Chile sind in vollem Gange. In der Nacht zu Montag hoben Hubschrauber an der Mine in der Atacama-Wüste zu Übungsflügen ab, damit die Kumpel reibungslos in Krankenhäuser geflogen werden können. Voraussichtlich ab Mittwoch sollen die Männer durch den Rettungsschacht in einer speziellen Kapsel an die Oberfläche gezogen werden. Nach einem kurzen Treffen mit Angehörigen sollen sie in ein Krankenhaus in der Stadt Copiapó geflogen werden.

Hubschrauber sollen rund um die Uhr fliegen

Alle Vorbereitungen für die Rettung, auch die Stabilisierung des Rettungsschachtes mit langen Stahlröhren, sollten noch am Montag abgeschlossen werden, teilte Gesundheitsminister Jaime Mañalich mit. Die Rohre sollen verhindern, dass Steine herausbrechen und in die Tiefe donnern - oder sich zwischen Kapsel und Felswand verklemmen.

Da es jeweils eine Stunde dauern wird, einen Verschütteten aus der Tiefe hochzuziehen und die Kapsel wieder herabzulassen, wird die ganze Aktion wohl knapp zwei Tage in Anspruch nehmen. Die Hubschrauber müssen deshalb auch nachts starten und landen. Schwierigkeiten könnte es geben, wenn einer der Bergleute während der Fahrt nach oben kollabiert. Die Männer werden über Sensoren medizinisch überwacht.

Auch Verschüttete bereiten sich vor

In 700 Metern Tiefe setzten die Eingeschlossenen ihre Arbeiten für den "Día D", den Tag der Entscheidung, fort. Dazu gehörte ein Kurs, wie auf unangenehme Fragen von Journalisten zu reagieren ist. In einem solchen Fall sollten die Geretteten lieber nicht ärgerlich werden, sondern freundlich, aber bestimmt antworten, dass dies nicht der Augenblick für eine solche Frage sei, berichtete die Zeitung "El Mercurio".

Das Drama unter Tage hatte am 5. August begonnen. Mehr als zwei Wochen dauerte es, bis die Verschütteten nach dem Einsturz entdeckt und über Schächte versorgt wurden. Noch nie waren Menschen so lange Zeit in so großer Tiefe gefangen. Die Aktion zu ihrer Rettung ist die längste und aufwendigste, die je im Bergbau vorgenommen wurde. Den Verschütteten half ein ausgeklügeltes Beschäftigungs- und Fitnessprogramm, die belastende Zeit in der Tiefe zu überstehen.

mm/DPA / DPA
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