Brandkatastrophe bei Stuttgart Türkischer Präsident pocht auf Aufklärung des Flammeninfernos


Erst vermuteten die Ermittler einen Holzofen als Ursache des tödlichen Feuers in Backnang. Nun nehmen sie auch die Stromleitung des Hauses genauer unter die Lupe.

Die Ermittler haben eine groß angelegte Untersuchung des verheerenden Feuers mit acht Toten in Backnang begonnen. "Wir sind mit großem Aufgebot dabei", sagte Polizeisprecher Klaus Hinderer am Montag. Unter anderem werde untersucht, ob marode Stromleitungen das Feuer in der Wohnung ausgelöst haben könnten.

Der Mieter, der vor der türkischstämmigen Familie in der Wohnung wohnte, hatte am Brandort von Problemen mit der Elektrik berichtet. Auch ein Holzofen kommt nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei als Ursache infrage. Brandstiftung wird bisher ausgeschlossen. Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül forderte eine vollständige Aufklärung des tödlichen Großfeuers.

Die Polizei wollte am Montag auch Augenzeugen des Feuers vernehmen, bei dem eine 40-jährige Mutter und sieben ihrer zehn Kinder ums Leben gekommen waren. Am frühen Sonntagmorgen hatten auch Privatleute bei der Bekämpfung des Brandes geholfen. Der Betreiber eines benachbarten Lokals rettete drei Mitglieder der Großfamilie.

Die Überlebenden - Mutter, Bruder und der elfjährige Sohn der verstorbenen 40-Jährigen - seien noch in psychologischer Behandlung in der Klinik, hieß es. Auch der getrennt von der Familie lebende Vater wird nach dem Verlust seiner früheren Partnerin und von sieben Kindern betreut. Die Leichen der Mutter und der Kinder werden an diesem Montag obduziert. Sie sind vermutlich im Schlaf erstickt.

vale/DPA DPA

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