Erdrutsch in China Hoffnung auf Überlebende schwindet


Zwei Tage nach einem verheerenden Erdrutsch in Nordchina ist die Zahl der Toten auf mindestens 128 gestiegen. Allerdings gelten Hunderte Anwohner weiterhin als vermisst. Die Behörden haben kaum noch Hoffnung, sie lebend zu finden. Retter graben sich weiter durch den drei Stockwerke hohen und 600 Meter breiten Wall aus Schlamm.

Bei dem verheerenden Erdrutsch am Montag sind in Nordchina mindestens 128 Menschen ums Leben gekommen. Das berichteten staatliche Medien am Donnerstag. Mehr als 2000 Polizisten, Feuerwehrleute und Dorfbewohner beteiligten sich an den Rettungseinsätzen. Allerdings haben die Behörden nur noch wenig Hoffnung, unter den Trümmern und dem Schlamm weitere Überlebende zu bergen.

Hunderte Anwohner gelten weiterhin als vermisst. "Überall ist Schlamm", sagte die Sprecherin des Bezirks Xiangfen der Nachrichtenagentur AP. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich sehr schwierig. "Am ersten und am zweiten Tag gab es Überlebende, aber vom dritten Tag an ist es wahrscheinlich, dass wir nur noch Tote bergen werden", hieß es.

In der Provinz Shanxi war am Montag eine Lawine aus Schlamm, Steinen und Minenabfällen auf ein Lagerhaus, ein dreigeschossiges Bürogebäude, einen Markt und einige Häuser im Ort Tashan niedergegangen. Der Schlamm bildete einen etwa drei Stockwerke hohen und 600 Meter breiten Wall. Ersten Ermittlungen zufolge wurde der Erdrutsch vom Einsturz eines Dammes ausgelöst, hinter dem Abraum eines Eisenerzbergwerks gelagert wurde. Die Behörden erklärten, es handele sich um einen illegalen Betrieb, der eine aufgelassene Halde als Lagerstätte genutzt habe.

In China kommt es wegen der oft veralteten Infrastruktur und nicht eingehaltener Sicherheitsvorschriften immer wieder zu Unglücken. Der Minenbesitzer wurde nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zusammen mit acht weiteren Verdächtigen festgenommen. Das Kabinett in Peking kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Mehrere Behördenleiter wurden bereits gefeuert.

AP AP

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