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Unruhen nach Hungerstreik Ermittlungen nach Gefangenen-Aufstand in russischem Straflager

Stacheldraht vor blauem Himmel
Nach den Unruhen in einem russischen Straflager haben die Behörden Ermittlungen aufgenommen (Symbolbild)
© Evgenii Lashchenov / Picture Alliance
Schlimme Haftbedingungen, Folter und Gewalt: In einem russischen Straflager haben rund 200 Insassen aufbegehrt. Der Aufstand wurde von einem massiven Polizeiaufgebot beendet. Nun wird ermittelt.

Nach dem Aufstand von mindestens 200 Gefangenen in einem Straflager im Süden Russlands ermitteln die Behörden. Es seien Strafverfahren wegen Organisation und Teilnahme an Unruhen eingeleitet worden, teilte das Ermittlungskomitee am Samstag in der Teilrepublik Nordossetien-Alanien mit.

Bei der Gefängnismeuterei am Freitag in der Regionalhauptstadt Wladikawkas soll es demnach keine Verletzten und Toten gegeben haben. Spezialeinheiten der Polizei sollen Berichten zufolge das Gefängnis gestürmt haben, um den Aufstand zu beenden.

Häftlinge ignorieren Anweisung des Wachpersonals

Zu den Unruhen kam es dem Strafvollzug zufolge, als zwei Häftlinge bei Durchsuchungen von Zellen Aufforderungen des Wachpersonals ignoriert hatten. Sie hätten daraufhin andere Gefangene zu dem Aufstand aufgerufen. Die Menge habe versucht, etwa Gitter und Überwachungskameras zu zerstören. Es brannte zudem. Videos in sozialen Netzwerken zeigten ein großes Polizei-Aufgebot.

Lokale Medien schrieben, dass sich die Haftbedingungen in dem Lager zuletzt verschlechtert hätten. Einige Gefangene seien deshalb in einen Hungerstreik getreten, sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Region im Nordkaukasus der Agentur Interfax. In dem Gefängnis gebe es viele Probleme. In Medien war die Rede von Gewalt an Gefangenen. Rund 600 Menschen sollen in dem Lager inhaftiert sein.

Russland: Straflager sind international berüchtigt

Russlands Straflager sind nach unzähligen Berichten von Augenzeugen berüchtigt für rohe Gewalt. Es gibt international Kritik daran. Zuletzt hatten Menschenrechtler Foltervideos aus einem Gefängniskrankenhaus in der Stadt Saratow veröffentlicht. Auf den Filmaufnahmen aus der Einrichtung rund 900 Kilometer südöstlich von Moskau waren Szenen schwerer Misshandlungen von Männern zu sehen.

dho DPA

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