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Ermittlungen Beschlagnahmungen in Bayern: Oligarch Usmanow wehrt sich und spricht von "politischer Verfolgung"

Alischer Usmanow
Alischer Usmanow gilt als Freund von Russlands Präsidenten Wladimir Putin und unterstützt den Ukraine-Krieg
© Yuri Kochetkov/EPA / DPA
Gegen den russischen Oligarchen Alischer Usmanow wird unter anderem wegen des Verdachts der Geldwäsche und Steuerhinterziehung ermittelt. Ein Sprecher bezeichnet die Ermittlungen als "absurd".

Vor einer Woche stürmten Einheiten der Polizei das Anwesen des russischen Oligarchen Alischer Usmanow in Rottach-Egern am Tegernsee. Polizisten und Steuerfahnder durchsuchten die Villa des Milliardärs und bundesweit 23 weitere Objekte in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Hamburg.

Usanow werden Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgeworfen, er soll Gelder ausgegeben haben, die im Zuge der Sanktionen gegen russische Oligarchen nach Beginn des Angriffskriegs gegen Russland eingefroren wurden. Außerdem soll Usanow als Strohmann Geschäfte für Russlands Präsidenten Wladimir Putin getätigt haben.

Das weist der russische Superreiche nun vehement zurück: "Die Ermittlungen sind absurd", sagte ein Sprecher "t-online.de". Usmanow soll keine Einkommenssteuererklärungen abgegeben haben, obwohl er seit 2014 in seiner Villa am Tegernsee gelebt habe.

Einer der Vorwürfe: Der 69-Jährige habe "in dem fraglichen Zeitraum seit 2014 seine Steuern an dem Ort bezahlt, an dem er seine Hauptinvestitionen getätigt hat, in Russland", behauptet sein Sprecher. Die Immobilien befänden sich im Besitz einer Familienstiftung, Usmanow zahle dafür Miete.

Alischer Usmanow streitet mit Staatsanwaltschaft um Kunstwerke

Der russische Oligarch selbst behauptet, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München II trügen "Merkmale einer politischen Verfolgung". Er bemüht sich, einige beschlagnahmte Kunstobjekte zurückzubekommen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass in Usmanows Villa unter anderem vier Fabergé-Eier konfisziert wurden.

Von den Schmuckstücken in Osterei-Form, die der Juwelier Peter Carl Fabergé in Sankt Petersburg während der Zarenzeit anfertigte, existieren nur 52 Exemplare, die jeweils einen Wert von neun bis zwölf Millionen Euro haben – wenn es sich tatsächlich um Originale handelt. Auch darum gibt es nun Wirbel.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um Originale handelt, auch wenn eine Echtheitsprüfung noch aussteht. Dann hätte Usmanow die Eier als Vermögenswerte deklarieren müssen, nachdem er auf die Sanktionslisten gesetzt wurde. Der Oligarch wiederum beteuert, dass die Eier lediglich Fälschungen mit künstlichen Edelsteinen seien und verlangt sie zurück. Er habe die Eier in München als Geschenke für Freunde und Verwandte in Usbekistan gekauft.

Luxusjacht wird durchsucht

Bereits im April hatten die Behörden Usmanows Luxusjacht "Dilbar" festgesetzt. Sie soll einen Wert von mehr als 500 Millionen Euro haben und damit die teuerste Jacht der Welt sein.

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Offizielle Eignerin soll Usmanows Schwester sein, die Kriminalpolizei prüft jedoch, wer der wirklich wirtschaftlich Berechtigte ist. Die "Dilbar" wurde nach Bremen gebracht und dort am Dienstag durchsucht, um weitere Beweise zu finden.

Quellen: "t-online.de" / "Bild" / BR / DPA

epp

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