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Knapp 540.000 Euro erschlichen Angestellter soll 15 Jahre lang nicht zur Arbeit gekommen sein – Gehalt kassierte er trotzdem

Ein mann liegt in einer Hängematte
Keine Lust auf Arbeit: Ein Italiener erschien laut Ermittlungen 15 Jahre nicht zum Dienst, Gehalt gab es trotzdem für ihn (Symbolbild)
© Oleksii Karamanov / Tetra-Images / Picture Alliance
Mehr als eine halbe Million Euro Gehalt soll ein Angestellter eines italienischen Krankenhauses seit 2005 verdient haben. Arbeiten war der 67-Jährige laut Staatsanwaltschaft jedoch keinen einzigen Tag.

Keinen Finger krümmen – und trotzdem Gehalt kassieren: So ist es einem Krankenhausangestellten im italienischen Catanzaro in den letzten 15 Jahren ergangen. Demnach war der Mann seit 2005 nicht an einem einzigen Tag auf der Arbeit erschienen und strich dennoch bis vor Kurzem Monat für Monat Lohn ein. Mit einem traumhaften Arbeitsvertrag hatte das allerdings nichts zu tun. Vielmehr soll der Mitarbeiter ordentlich kriminelle Energie an den Tag gelegt haben, um die Zahlungen in Höhe von insgesamt mehr als einer halben Million Euro einzuheimsen, wie unter anderem die lokale Nachrichtenseite "Calabria News" berichtet.

So wirft die Staatsanwaltschaft Salvatore S. in der Anklage neben Amtsmissbrauchs auch Betrug und Erpressung vor. Unter anderem soll der 67-Jährige im Jahr 2005 eine Vorgesetzte, der seine Arbeitsmoral damals negativ aufgefallen war, gedroht haben, zu ihrer und der Sicherheit ihrer Familie besser davon abzusehen, sein permanentes Nicht-Erscheinen zu melden. 

Betrüger soll Vorgesetzte eingeschüchtert haben

Der Einschüchterungsversuch zeigte Wirkung. S. soll laut Anklage seither keinen Tag mehr zum Dienst erschienen sein, Geld gab es trotzdem. Insgesamt kam der Staatsanwaltschaft zufolge über die 15 Jahre eine Summe von mehr als 538.000 Euro zusammen. Dass der Betrug lange Zeit nicht auffiel, lag laut den Ermittlungen auch daran, weil S.s Vorgesetzte irgendwann in Rente ging und damit auch die ständigen Abwesenheiten des Mannes offenbar keinen mehr interessierten.

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Im Juli 2020 gerieten S. und insgesamt sechs Krankenhaus-Manager, von denen mindestens zwei das Treiben des 67-Jährigen gedeckt haben sollen, dann jedoch ins Visier der auf Arbeitszeitbetrug und Krankfeierei im öffentlichen Sektor fokussierten Ermittlungsaktion "Teilzeit". Der Fall kam ins Rollen. Inzwischen haben einige  italienische Medien S. den unrühmlichen Spitznamen "König der Abwesenden" verpasst.

Die italienische Regierung hatte 2016 ein entsprechendes Gesetz verschärft, nachdem bekannt worden war, wie weit verbreitet Fehlzeiten im öffentlichen Dienst sind.

Quellen:"Calabria News" / "Guardian" 

mod / tkr

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