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Häusliche Gewalt: TV-Sender gibt misshandelten Frauen Schminktipps

Dieser TV-Beitrag ging richtig daneben: Ein Magazin in Marokko hat Schminktipps für Frauen gegeben, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. Der Proteststurm ließ nicht lange auf sich warten.

Make up in Marokko

Blaue Flecken im Gesicht? Gut geschminkt ist das kein Problem, könnte man sarkastisch anmerken

Der staatliche TV-Sender "2M" in Marokko strahlt jeden Tag das Frauenmagazin "Sabahiyat" aus - eine Sendung rund um die Themen Kochen, Mode oder eben Schminkstipps. Am vergangenen Mittwoch gab es Make-up-Tipps der besonderen Art.

Eine freundliche Maskenbildnerin nimmt sich einer jungen Frau an, die Schwellungen und blaue Flecken im Gesicht hat. Sie soll ein Opfer häuslicher Gewalt darstellen. Die Blutergüsse sind wohl aufgemalt. Unterlegt mit seichter Gitarrenmusik zeigt die Maskenbildnerin, wie man solche Verletzungen im Gesicht wirksam überschminkt. “Wir hoffen, dass diese Beauty-Tipps Ihnen dabei helfen, das alltägliche Leben fortzuführen“, sagt die Visagistin zum Abschluss des Beitrags laut der Zeitung "Guardian“.

Proteste bei Frauenrechtlerinnen

Der Bericht rief bei Frauenrechtlerinnen in dem nordafrikanischen Land wütende Proteste hervor. Hunderte Frauen protestierten in den sozialen Medien gegen den Beitrag. Über 1700 Personen unterschrieben eine Online-Petition, die Sanktionen gegen den Sender forderte. Das staatliche Fernsehen sollte lieber Täter verurteilen und Aufklärungsarbeit leisten, statt "häusliche Gewalt mit Make-up zu verdecken“. Medien berichteten daraufhin, der Clip sei von der Website des Senders verschwunden, was aber nicht stimmt. Er ist immer noch abrufbar.

In einer Stellungnahme auf Facebook entschuldigte sich die Leitung des Senders später für die "Fehleinschätzung" der Redaktion. "Vollkommen unangebracht“ sei der Beitrag und verkenne "den Ernst des Themas der Gewalt gegen Frauen".


tis
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?