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Nanga Parbat: Bergsteiger außer Lebensgefahr

Vier Tage nach dem tödlichen Absturz ihres Gefährten am Berg Nanga Parbat besteht für die zwei seitdem feststeckenden Bergsteiger Hoffnung auf ein glückliches Ende der Bergbesteigung.

"Wir befinden uns außerhalb der Gefahrenzone, es geht uns gut", sagten Walter Nones und Simon Kehrer laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Sie wollten am Montag mit Skiern den Abstieg beginnen. Nach Angaben von italienischen Rettungskräften wollten die Männer in ihr Basislager auf 6500 Metern Höhe zurückkehren.

Am Samstag hatte eine Suchmannschaft Nones und Kehrer vom Hubschrauber aus entdeckt. Der Sprecher der italienischen Botschaft in Islamabad, Ogdo Sargio, bestätigte, dass es den Männern gut gehe. "Sie haben gewinkt, als sie den Helikopter gesehen haben", fügte er hinzu. Zwei Rettungskräfte, die am Vortag aus Italien eingetroffen waren, warfen demnach Lebensmittel und Funkgeräte ab. Der Hubschrauber sei dann jedoch durch heftigen Sturm abgedrängt worden.

Die Alpinisten waren in Not geraten, nachdem das dritte Mitglied im Team, Karl Unterkircher, am Mittwoch in einer Höhe von 7000 Metern eine Gletscherspalte hinabgestürzt und tödlich verunglückt war. Wann die Leiche des 38-Jährigen geborgen werden kann, war nach Angaben der italienischen Botschaft noch unklar. Der 8125 Meter hohe Nanga Parbat im Himalaya im Norden Pakistans gilt unter Alpinisten als einer der gefährlichsten Berge der Welt. Bergsteiger-Legende Reinhold Messner und sein Bruder Günther Messner hatten am 27. Juni 1970 als erste Menschen die Rupal-Wand des Berges, die höchste Steilwand der Welt, durchstiegen. Während Günther Messner am Berg tödlich verunglückte, wurde Reinhold sechs Tage später von dem Himalaya-Riesen gerettet. Sterbliche Überreste seines damals 23 Jahre alten Bruders wurden 2005 mit einem DNA-Test identifiziert.

AFP / AFP