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Neun tote Babys: Mutter wegen Totschlags verurteilt

In Blumenkübeln hat Sabine Hilschenz einige ihrer Kinder verscharrt: Das Langericht Frankfurt an der Oder veurteilte die 40-Jährige nun zu 15 Jahren Haft wegen Totschlags. Die Staatsanwaltschaft hatte auf Mord plädiert.

Damit verhängte die Strafkammer am Donnerstag in die Höchststrafe, die auf Totschlag steht. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft wegen achtfachen Mordes gefordert und die Verteidigung dreieinhalb Jahre wegen Totschlags in einem minderschweren Fall. Die Tötung der Kleinkinder war vor einem Jahr in Brieskow-Finkenheerd aufgedeckt worden. Insgesamt hat die Angeklagte 13 Kinder zur Welt gebracht.

Die erste Tötung eines Neugeborenen im Jahr 1988 ist nach DDR-Recht verjährt. Die Angeklagte ist nach dem psychiatrischen Gutachten voll schuldfähig. Sie hatte die Aussage verweigert. Vor einer Haftrichterin hatte sie jedoch nach ihrer Festnahme am 31. Juli 2005 erklärt, sie habe sich stets betrunken, sobald die Wehen einsetzten, und die Babys nicht versorgt. Verwandte hatten Ende Juli 2005 beim Aufräumen Blumenkübel gefunden, in denen die sterbliche Überreste der Babys waren. Der Ehemann will von den Schwangerschaften und Geburten nichts bemerkt haben.

Verteidigung: Es waren Totgeburten

Der Ehemann verweigerte als Zeuge die Aussage im Prozess. Auf welche Weise und wann genau die meisten Babys starben, blieb ungeklärt. Das Landeskriminalamt konnte nur ermitteln, dass Sabine und Oliver Hilschenz die Eltern der sieben Mädchen und zwei Jungen waren.

Die Staatsanwalt wollte das Paar ursprünglich wegen Mordes anklagen, das Landgericht ließ dies jedoch nicht zu. Trotzdem plädierte die Staatsanwaltschaft darauf, die Mutter als Mörderin zu verurteilen. Als Mordmerkmal führte sie an, die Täterin habe die jeweils vorangegangenen Verbrechen vertuscht. Dagegen erklärte die Verteidigung, es gebe in sieben Fällen keine Beweise dafür, dass es sich nicht um Totgeburten gehandelt habe.