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Vier Tage gefangen: Mountainbiker aus Schlucht geborgen

Wunder im Harz: Ein seit Dienstagabend vermisster Mann ist nach vier Tagen lebend gefunden worden. Er war bei einer Fahrradtour gestürzt und lag hilflos in einer Schlucht. Ein Zufall rettet ihn.

Fast 90 Stunden liegt ein gestürzter Mountainbiker schwer verletzt und bewegungsunfähig in einer Schlucht im Harz. Hunderte Helfer suchen ihn tagelang. Aufatmen dann am Samstagmorgen: Durch Zufall entdecken Freizeitsportler den 43- Jährigen - er lebt.

Rückblende: Der Mountainbiker aus Schwiegershausen bei Osterode bricht am Dienstagabend zu einer zweistündigen Tour auf. Doch er kommt nicht zurück. Weil die Polizei schnell ausschließt, dass sich der verheiratete Familienvater absetzen oder selbst das Leben nehmen will, bleibt nur eine Erklärung: ein Unfall irgendwo im Harz oder dessen Vorland.

Daraufhin beginnt eine aufwendige Suche. Tagelang sind Hunderte von Beamten, Feuerwehrleuten, Reitern und freiwilligen Helfern auf Wegen und Straßen unterwegs. Taucher suchen Flüsse und Bäche ab. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera kreist über der Region. Eine Spur des Vermissten gibt es jedoch nicht.

"Am Samstagvormittag hat dann der Zufall geholfen", sagt Polizeisprecher Uwe Falkenhain. Zwei Freizeitsportler, darunter ein Polizist, die mit ihren Mountainbikes in der Nähe der rund 800 Meter hohen Hanskühnenburg östlich von Osterode unterwegs sind, werfen beim langsamen Bergauffahren einen Blick in den Abgrund. Dort liegt der Verunglückte regungslos auf dem Bauch - um Hilfe rufen kann er nicht. Er ist schwer verletzt und stark ausgetrocknet, aber ansprechbar. Er ist am Ende seiner Kräfte, klagt über heftige Schmerzen.

Die Feuerwehr rettet den Mann aus der Schlucht. Er wird in ein Krankenhaus geflogen, Lebensgefahr besteht nicht. Nach einer erfolgreichen Operation in der Göttinger Uni-Klinik gehe es ihm den Umständen entsprechend gut, sagt Sprecher Stefan Weller.

Die Polizei geht davon aus, dass der Mountainbiker am Dienstagabend bei einer rasanten Talfahrt in ein tiefes Schlagloch geraten war. Dabei habe er die Kontrolle über sein Rad verloren, sei vom Weg abgekommen und abgestürzt.

"Ich habe immer noch eine Gänsehaut von dieser Geschichte", sagt am Sonntag einer der Helfer, der tagelang nach dem Vermissten mitsuchte. Wegen der glücklichen Rettung sei am Sonntag ein Gottesdienst in Schwiegershausen gefeiert worden, berichtet der Mann. "Die Familie muss nun zur Ruhe kommen."

DPA / DPA
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