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Erstes 3D-Model Geheimnisvolle Krater: Drohnenaufnahmen vom Innern lösen Rätsel um die Riesen-Löcher

Sehen Sie im Video: Geheimnisvolle Krater: Expedition ins Innere löst Rätsel um die Riesen-Löcher.




Russische Forscher sind dem Geheimnis um diese gigantischen Löcher in der arktischen Tundra ein Stück näher gekommen. 17 solcher Krater sind in den vergangenen Jahren in Sibirien entstanden. Bisher hatten Forscher zwar schon Modelle dafür, was die Ursache für die mysteriösen Riesenkrater sein könnte – überprüfen konnten sie es aber nicht. Denn die meisten der massiven Löcher sind mit Wasser gefüllt – und daher nur schwierig von innen zu erforschen.  


Im Sommer 2020 entsteht russischen Wissenschaftlern zufolge ein neuer Krater auf der Yamal-Halbinsel. C17 heißt er, ist 28 Meter breit. 32 Meter tief – und enthält kaum Wasser. Im August bricht ein Expeditionsteam zu ihm auf. Was die Forscher in den Tiefen des Lochs gefunden haben, wurde im Februar veröffentlicht und bestätigt die Theorie über die Entstehung der Giganten.  


Methan bildet sich in einer Höhle im Eis und formt einen Hügel unter der Erde. Dieser Hügel wächst, bis der Druck zu stark wird und explodiert. Dabei wird Gas, Eis und Schutt ausgestoßen und riesiger Krater entsteht.  


Woher das Methan in der unterirdischen Höhle kommt, ist unklar. Im Permafrost der Arktis befindet sich viel des Treibhausgases. Wissenschaftler vermuten daher, dass das Schmelzen des Eises durch den Klimawandel eine Rolle für die Entstehung der Löcher spielen könnte.  


Die Wissenschaftler der Expedition erstellen erstmals ein 3-D-Modell eines Methan-Kraters. Es soll nun dabei helfen, weitere potentielle Explosionsorte zu finden.   


Diese gefährden das Leben der Einheimischen vor Ort. Auf der Yamal-Halbinsel sind etwa 35.000 Nenzen beheimatet, nomadisch lebende Indigene, die von der Rentierzucht leben. Die Explosionen können auch die Gasversorgungen aus dem Gebiet nach Russland gefährden. Einer der Krater explodierte in nur 3,5 Kilometer Entfernung zur Hauptversorgungsleitung von der Halbinsel. 

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Russische Forscher sind dem Geheimnis um riesige Krater in der arktischen Tundra ein Stück näher gekommen. Mit Drohnenaufnahmen können sie das Innere der gigantischen Löcher nun rekonstruieren.

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