HOME

Jugendslang: Pimp your Wortschatz!

Wenn die Diggas wacken gehen, schauen Sie in die Röhre. Das muss nicht sein - denn jetzt gibt es das (unzensierte) Wörterbuch der Jugendsprache. Checken Sie, wie phat Ihr Wissen in Sachen Jugendslang ist.

Eine große Freude an der Verfremdung stellten die Macher des "Wörterbuchs der Jugendsprache" fest, als sie die vielen vielen Wörter sichteten, die ihnen Schüler einsandten. Da ist von behaarten Bifis, Cellulitezentren und Blechbrötchen die Rede - Neuland für erwachsene Ohren. Befremdliches Neuland. Aber das sollte es auch sein.

Angefangen hatte alles im Jahr 2001, als der Pons-Verlag auf die irrwitzige Idee kam, ein Schülerpreisausschreiben zu veranstalten, um ein Jugendwörterbuch zu kreieren. Die Jugendlichen sollten Begriffe einschicken, die sie oft verwendeten und noch nirgends in einem Wörterbuch verzeichnet waren. Die Resonanz war riesig, schreiben die Wörterbuchmacher im Vorwort. Sehr bald erkannten sie, dass eine Markierung von salopp verwendeten Begriffen, oder der oft abwertenden Beiklänge, bis hin zu Zensur sinnlos war - denn dann hätte man das Projekt auch gleich stoppen können. War doch kaum ein Wort dabei, das nicht irgendwie salopp, abwertend oder gar zensurbedürftig war. Daher erhielt das Wörterbuch - ganz im Trend der Warning!-Sticker auf HipHop-CDs - das prägnante Emblem "unzensiert!".

Von Anfang an waren sich die Wörterbuchmacher des Problem eines solchen Unterfangens bewusst: So wie jede Jugendgeneration ihre ganz eigene Sprache hat, ist diese Sprache so vergänglich wie ihre Jugend. Wer sagt denn heute zum Beispiel noch "steiler Zahn" für ein attraktives Mädchen?

Vielleicht mag sich manch einer, der beim Blättern in dem Büchlein kulturpessimistische Anwandlungen bekommt, damit trösten, dass sich der überwiegende Teil der Wörter als sprachliche Eintagsfliege entpuppen wird. Dennoch: Manches wird bleiben. Und es wird die deutsche Sprache verändern. Wie schon seit Generationen.

Schlimm? Gegenfrage: Wie geil fänden Sie es, heute noch Mittelhochdeutsch zu sprechen?

Jens Lubbadeh

Themen in diesem Artikel