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Prozessstart vor US-Gericht: Darf man menschliche Gene patentieren?

Eine US-Firma hat sich die Patente auf Krebs-Gene sichern lassen. Forscher, Ärzte und Patienten laufen Sturm. Nun muss der Oberste Gerichtshof entscheiden, ob menschliches Erbgut patentierbar ist.

Der Grundsatzstreit um die Zulässigkeit der Patentierung menschlichen Erbguts ist vor dem Obersten Gerichtshof der USA gelandet. Das Gericht berät seit Montag, ob das Privatunternehmen Myriad Genetics einen Test auf erhöhte Brust- oder Eierstockkrebs-Anfälligkeit exklusiv vermarkten darf, weil es die Patente auf krebsauslösende Gene besitzt. Geklagt hatte die Bürgerrechtsbewegung ACLU mit der Unterstützung von mehr als 150.000 Genforschern, Ärzten und Labor-Angestellten.

Der Streit um die Patentierbarkeit von einzelnen Genen schwelt seit den bahnbrechenden Erkenntnissen über die Codierung des menschlichen Erbguts auf der sogenannten Doppelhelix der DNA. Diese Informationskette wurde inzwischen vollständig entschlüsselt, auf ein Fünftel der 24.000 Gene wurden Patentansprüche angemeldet. Damit verbindet sich auch die Hoffnung, dass die Erkenntnisse in der Zukunft dabei helfen könnten, Gentherapien zu entwickeln. Im aktuellen Fall geht es um die Gene mit den Abkürzungen BRCA1 und BRCA2, die Brust- oder Eierstockkrebs auslösen können und die Myriad Genetics 1998 patentieren ließ.

Urteil für Juni geplant

Für die Tests fordert das Unternehmen 3000 bis 4000 Dollar. Es argumentiert, es habe nur wegen der Aussicht auf gute Gewinne die hohen Kosten für die Decodierung der Gene und die Entwicklung der Tests tragen können. Kritiker werfen Myriad Genetics hingegen vor, die Erforschung der Gene durch andere Institutionen zu blockieren und damit die Tests für eine Vielzahl von Patienten unerschwinglich zu machen. Das Urteil des Supreme Court soll im Juni fallen. Es dürfte Auswirkungen auf zahlreiche andere Bereiche der Gentechnik und Medizin haben, denn auch für den Umgang mit anderen Krebserkrankungen und Alzheimer wurden Patentverfahren angemeldet.

Intellektueller Besitz oder Naturprodukt?

Mehrere Richter ließen in der ersten Anhörung vom Montag erkennen, dass sie Patente auf menschliche Gene nicht für sinnvoll halten. Richterin Elena Kagan warf die Frage auf, ob es möglich wäre, eine Pflanze im Amazonas-Becken zu patentieren, nur weil sie so schwer zu entdecken sei. Die Richterin Sonia Sotomayor sagte, sie könne sich ein Patentverfahren für ein bestimmtes Plätzchen-Rezept vorstellen, "nicht jedoch für Salz, Mehl und Eier". Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten Dutzende Krebspatientinnen und Anwälte gegen die "Gier" von Konzernen, "die unsere Freunde umbringen". Die Klägerin Lisbeth Ceriagni sagte, ihre Ärzte hätten den Brustkrebs-Test empfohlen, sie habe ihn jedoch lange Zeit nicht vornehmen lassen können, weil ihre Versicherung die Kosten nicht tragen wollte. Später fand Ceriani für ihren Test Spender. Aber sie wies darauf hin, dass nun auch ihre Tochter getestet werden müsse. Wenn Myriad nicht das Patent für das Verfahren, könnte er den Test "meinen armen Patienten aus der Bronx" anbieten, sagte der Arzt Harry Ostrer, der ebenfalls zu den Klägern zählt. Die ACLU vertritt die Ansicht, dass Patente auf menschliche Gene gegen die Verfassung der USA verstoßen, weil Gene "Produkte der Natur" seien. Der von Myriad engagierte Anwalt Gregory Castanias hingegen sagte, Gene seien aus seiner Sicht ein "menschliches Konstrukt".

Kritik vom Nobelpreisträger

Wenig Verständnis für das Unternehmen Myriad zeigte der Nobelpreisträger James Watson, der 1953 wesentlichen Anteil an der Entdeckung der Doppelhelix hatte. "Wissen kann nicht patentiert werden", sagte Watson, der sich ebenfalls in der Menge vor dem Gerichtsgebäude aufhielt. "Myriad sollte Brustkrebs-Gene nicht besitzen dürfen."

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(