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Kostbarkeit in Museumstruhe: Hausmeister entdeckt jahrtausendealte, ägyptische Vogelmumie

Ein mumifizierter Falke ist Star einer Ausstellung über kuriose Sammelkunst. Das Wunderliche an dem Vogel: Er war im Keller eines Aachener Museums versteckt. Ein Hausmeister fand ihn durch Zufall in einer alten Truhe.

Vogelmumie

Die Umrisse der uralten Mumie lassen bereits erahnen, dass es sich um einen Vogel handelt

Boban Mucic entstaubt eine alte Truhe. Wie üblich, wenn der Hausmeister des Aachener Suermondt-Ludwig-Museums Stücke für eine Ausstellung herausputzen will. Um kuriose und kunstsinnige Dinge geht es da, die Bürger im späten 19. Jahrhundert gesammelt und der Stadt geschenkt haben. Die Schau heißt "Wundern und Staunen". Und genau das tut Mucic nur Augenblicke später, als er die Truhe öffnet: Das seltsame braune Ding im Inneren ist etwas Besonderes, das ahnt er gleich - die Mumie eines ägyptischen Falken.

Jahrzehntelang ahnte niemand etwas von dem konservierten Vogel, der nach Museumsangaben weit mehr als 2000 Jahre alt sein könnte. "Er stammt aus der ägyptischen Spätzeit, die von 800 vor Christus bis in die römische Zeit nach Christus reichte", erläutert Stadtsprecherin Jutta Göricke. "Wir gehen davon aus, dass die Mumie seit dem Zweiten Weltkrieg in der Truhe lag." Sie verbarg sich in einem Nebenfach, der so genannten "hohen Kante".

Vogelmumie


Ausgestopfte Haie und chinesische Glückskugeln

Der Falke dürfte von Gläubigen als Weihegabe gestiftet und rituell bestattet worden sein. Er sei ein typisches Produkt der Spätzeit, wo im Rahmen von Tierkulten reihenweise Mumien gefertigt wurden, sagt Ägyptologe Georg Meurer am Montag. Wem das Tierchen einst gehörte, das können höchstens noch alte Inventarlisten klären. Der Vogel wurde vermutlich zusammen mit anderen Sammlungsbeständen - darunter auch eine menschliche Mumie - nach Mechernich ausgelagert, als das Museum im Krieg unter Granatbeschuss stand.


Die Ausstellung "Wundern und Staunen" ist jetzt um ein wunderliches Artefakt reicher. Der kleine Falke kann ab 7. Dezember in der neuen "Bürgerlichen Kunstkammer" neben ausgestopften Haien und Krokodilen, chinesischen Glückskugeln, Schneckenhäusern aus der Südsee und einem spätgotischen Hundemaulkorb bestaunt werden. 

Eva Gerten, DPA
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?