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Klimawandel Getrocknete Blumen geben Klimawandel-Infos


Liebevoll angelegte Herbarien und Blumenalben sind nicht nur schön anzuschauen. Die getrockneten und gepressten Pflanzen und Blumen liefern auch wichtige Hinweise, wie sich der Klimawandel auf Wachstum und Blütezeit der Pflanzen auswirkt.

Bis zu 150 Jahre alte Blumenalben und Herbarien könnten sich für die Wissenschaft als ein Schatz erweisen: Denn die getrockneten Pflanzen geben wichtige Hinweise zum Klimawandel, wie Forscher im "Journal of Ecology" der British Ecological Society schreiben. Wissenschaftler der Universität East Anglia, der Universität Kent, der Universität Sussex und des Royal Botanic Garden stellten bei einem Datenvergleich fest, dass die getrockneten Blumen, die von ihren Sammlern mit detaillierten Notizen zu Pflückzeit und Standort versehen wurden, dieselben Informationen über den Einfluss der Temperatur auf die Blütezeit geben wie Feldstudien.

Als Grundlage für die Untersuchungen nahmen die Forscher 77 Exemplare der Orchidee Ophrys sphegodes, auch Große Spinnen-Ragwurz genannt, aus den Jahren 1848 bis 1958. Um zu erfahren, wie die Temperatur die Blütezeit beeinflusst, suchten die Wissenschafter die entsprechenden meteorologischen Daten heraus. Ihre Ergebnisse verglichen sie mit einer Feldstudie aus den Jahren 1975 bis 2006, die zu derselben Orchideenart durchgeführt wurde. Im Fall der Orchidee kam heraus, dass der Klimawandel das Verhältnis zwischen Temperatur und Blütezeit nicht verändert hat. In beiden Fällen blühte die Orchidee sechs Tage früher mit jedem Grad Celsius, um das sich die mittlere Temperatur im Frühling erhöhte.

Nur wenige Langzeitstudien vorhanden

Bisher ist es für Wissenschaftler schwer, herauszufinden, wie sich der Klimawandel auf das Wachstum, die Blütezeit und andere Eigenschaften von Organismen auswirkt, da es nur wenige Langzeitstudien gibt. Diese Lücke könnte durch die alten Sammlerstücke geschlossen werden.

"Die Klimaveränderungen der vergangenen Jahre haben ohne Zweifel Auswirkungen auf die Entwicklung und die jahreszeitlichen Erscheinungen in vielen Organismen-Gruppen gehabt", sagt Anthony Davy von der Universität East Anglia in England. "Um die Konsequenzen von zukünftigen Veränderungen vorhersagen zu können, ist es wichtig, die Effekte des Klimawandels zu verstehen." In Zukunft könnten vielleicht auch Sammlungen von Insekten oder ausgestopften Tieren, wie sie auf der ganzen Welt in Museen gelagert seien, wichtige Hinweise liefern.

DPA/lmr DPA

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