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Nistplätze von Bienenschwärmen: Je größer der Schwarm, desto besser die Entscheidung

Suchen Bienen eine neue Bleibe, könnten größere Schwärme einen Vorteil haben. Sie treffen nach einer Studie vermutlich häufiger die richtige Wahl unter den Nistplätzen als kleinere Schwärme.

Bei der schwierigen kollektiven Entscheidung für einen neuen Nistplatz liegen größere Bienenschwärme möglicherweise öfter richtig als kleinere. Dies liegt nicht an der höheren "Intelligenz" der Schwärme, sondern an der größeren und schnelleren Auswahl durch die Zahl ihrer Kundschafter, wie australische Biologen im "Journal of the Royal Society Interface" berichten.

Nach früheren Computersimulationen hätten kleinere Schwärme gegenüber großen einen Vorteil bei der Wahl zwischen zwei möglichen Nistplätzen haben sollen, denn ihr Verhalten sollte etwas flexibler sein, schreibt Timothy Schaerf von der Universität Sydney. Außerdem könnten große Schwärme zu schnell zu einer suboptimalen, aber dann durch die Größe des Schwarms schlecht zu korrigierenden Entscheidung kommen. Dieser theoretische Vorteil der kleineren Gruppe beruhe aber zum großen Teil auf der Annahme, dass mögliche Nistplätze in einem gewissen zeitlichen Abstand gefunden werden, glaubt der Forscher.

Mehr Kundschafterbienen bedeuten mehr Informationen

Sobald seine Simulationen von der realistischeren Annahme ausgingen, dass viele mögliche Nistplätze in schneller Folge entdeckt und die Information darüber zum Schwarm gebracht würden, kehrte sich das Bild um. Die miteinander konkurrierenden Meldungen führten schnell zu richtigen Entscheidungen - und das, umso mehr Kundschafter unterwegs waren, also insbesondere bei großen Schwärmen.

Die Forscher prüften die Ergebnisse ihrer Simulationen an zwei Gruppen von Bienenschwärmen von jeweils acht mal 5000 bzw. 15 000 Tieren. Während beide Schwarmgrößen ihre Entscheidung in etwa gleich schnell trafen, zeigten Videobeobachtungen im Stock die gleichen Unterschiede, die sich auch in den Simulationen ergeben hatten: In den großen Schwärmen tanzten erheblich mehr Kundschafterbienen und brachten schnellere Informationen über mehr Nistplätze. Ob dies dann tatsächlich auch zu besseren Entscheidungen führt, konnten die Forscher allerdings noch nicht prüfen.

amt/DPA / DPA
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Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?