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Physik bei James Bond: Professor 007

Sein Name ist Tolan, Metin Tolan. Vor elf Jahren sah der Physik-Professor den James-Bond-Film "Goldeneye" im Kino - und analysiert seitdem Bonds Stunts und technische Spielereien. Manches setzt die Regeln der Physik außer Kraft.

Es war ein Kino-Besuch mit Folgen für Metin Tolan: Als der Physik-Professor sich vor mehr als zehn Jahren den James Bond-Film "Goldeneye" anschaute, sah er den Agenten "007" auf einem Motorrad einem führerlosen Kleinflugzeug hinterher jagen. Beide Maschinen stürzten von einer Klippe und James Bond sprang vom Motorrad in das Flugzeug-Cockpit. "Unter welchen Bedingungen ist so ein Sprung möglich?", fragte sich Tolan. Zwei Tage später hatte er das Ergebnis parat: "James Bond müsste 14-mal so windschlüpfrig sein wie das Flugzeug - das ist eigentlich nicht möglich."

Er hat jeden Bond mindestens fünfmal gesehen

Diese wissenschaftliche Berechnung war für Tolan der Beginn einer Leidenschaft. Seit elf Jahren analysiert der 41-jährige Professor der Universität Dortmund in seiner Freizeit die technischen Spielereien aus den Bond-Klassikern. Bundesweit hat er zu dem Thema schon über 50 Vorträge gehalten. "Ich habe jeden Film bestimmt schon mindestens fünf Mal gesehen", sagt der Physiker.

Den neuen Streifen "Casino Royale" hat er sich bisher allerdings erst einmal angeschaut. "Ein guter Film - sehr unterhaltsam und spannend", stellt Tolan fest. Mit Argusaugen beobachtete der gebürtige Norddeutsche die verschiedenen Stunts im Film. So springt James Bond in einer Szene von einem Kran zu einem anderen, hält sich an diesem mit den Armen fest, zieht sich hoch - und bleibt unverletzt. "Normalerweise reißt einem so ein Sprung die Arme ab", weiß Tolan.

Die Erfindungen von "Q" schaut er sich ganz genau an

An der Dortmunder Hochschule baut er die Bond-Analysen gern in seine Vorlesungen ein. "Mit Physik kann man auch den eigentlich schnöden Alltag eines Agenten beschreiben", sagt Tolan. Seine Studenten sind besonders aufmerksam, wenn der Professor über die technischen Tricks in den "007"-Klassikern referiert. Einige schenkten ihrem Professor sogar ein Bond-Plakat mit dem Konterfei von Tolan. "Eigentlich passe ich da mit meinen Charakter-Eigenschaften nicht rein", sagt Tolan schmunzelnd beim Blick auf das Plakat. "Ich bin eher ein ängstlicher Typ."

Die Erfindungen des Waffentüftlers "Q" unter die Lupe zu nehmen, davor scheut er aber nicht zurück. In dem Film "Die Welt ist nicht genug" schaut James Bond mit einer speziellen Röntgenbrille durch die Kleidung anderer Menschen. "Dies wäre nur möglich, wenn die Menschen permanent mit einer lebensgefährlichen Dosis geröntgt werden", sagt Tolan. "Und Bond bräuchte eine Brille, die Röntgenstrahlen in Licht umwandelt. "

Er weiß, warum Bond seinen Wodka Martini geschüttelt haben will

In Erinnerung bleibt Tolan auch der fliegende Zylinder, den der asiatische Bodyguard von Bond-Bösewicht "Goldfinger" bei sich trug. Der Mann warf den Hut wie ein Frisbee und räumte mit der Waffe Gegner aus dem Weg. "Der Hut hatte eine Eisenkrempe - es ist durchaus möglich, damit einen Menschen zu töten", sagt Tolan.

Auch auf die Frage, warum James Bond seinen Wodka Martini geschüttelt und nicht gerührt trinkt, antwortet der Professor - diesmal mit einem Augenzwinkern. In dem Getränk gebe es große und kleine Moleküle. Beim Schütteln werden laut Tolan die großen Moleküle, die für den Geschmack verantwortlich sind, nach oben sortiert. Die kleineren Alkohol-Moleküle wandern nach unten. "In den Filmen trinkt Bond immer nur einen Schluck - und dieser ist dann sehr geschmacksintensiv." Tolan weiß, dass diese Analyse "physikalisch nicht astrein" ist. Doch für den Bond-Fan klingt sie trotzdem plausibel: "James Bond ist ein Genießer."

Stefan Biestmann/DPA / DPA
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