Skandal um Eispenden Der tiefe Fall des Klonkönigs


Er war der erste, der einen menschlichen Embryo klonte, und wurde dafür von der Welt gefeiert. Dann trat der südkoreanische Klonpionier Hwang Woo Suk von allen Ämtern zurück. Er hatte Eizellspenden von Mitarbeiterinnen für die Forschung genutzt.

Der südkoreanische Klonpionier Hwang Woo Suk gab zu, Eizellspenden von zwei seiner Mitarbeiterinnen für die Forschung genutzt zu haben. Das Eingeständnis sei für ihn "beschämend und schrecklich", sagte Hwang, der sich in einer Pressekonferenz in der Seouler Nationaluniversität für den Vorfall entschuldigte. Zugleich erklärte er seinen Rücktritt vom Vorsitz der von ihm gegründeten "Welt-Stammzellen-Drehscheibe", einer Stammzellenbank an der Nationalen Universität von Seoul. Seine Forschungen in der Universität wolle er jedoch weiter betreiben.

Wissenschaftler sollen nach einem internationalen Ethik-Kodex keine von ihnen abhängig Beschäftigte für ihre Forschungen heranziehen. Damit wolle man der Gefahr begegnen, dass Vorgesetzte Druck auf ihre Mitarbeiter ausüben.

Dass Hwang dennoch Eizellen von zwei Mitarbeiterinnen an seinem Gentechnikprojekt benutzte, hatte bereits im vergangenen Jahr ein Reporter des Wissenschaftsmagazins "Nature" aufgedeckt. Hwang bestritt dies zunächst. Dann gab er es zu und sagte, er habe mit seinem anfänglichen Dementi die Privatsphäre seiner Mitarbeiterinnen schützen wollen. Ein ehemaliger Mitarbeiter Hwangs vom MizMedi-Krankenhaus in Seoul, Roh Sung Il, hatte am Montag enthüllt, Hwang habe Spenderinnen von Eizellen als Aufwandsentschädigungen Geld gegeben.

"Spenden waren freiwillig"

Das südkoreanische Gesundheitsministerium erklärte, die Eizellspenden hätten keine internationalen Richtlinien verletzt: Die beiden Spenderinnen hätten freiwillig gehandelt, um die Forschungsarbeiten voran zu bringen. Gleichzeitig wurde bestätigt, dass Hwang auch Eizellen über einen Arzt erhalten habe, der einige Spenderinnen dafür bezahlt habe. Diese Praxis sei 2003 eingestellt worden und seinerzeit nicht illegal gewesen.

Hwang erklärte nunmehr, er übernehme die Verantwortung für das ethisch nicht einwandfreie Verhalten. Er hoffte, dass er seine wissenschaftlichen Arbeiten dennoch fortsetzen könnte, um Kranken mit Hilfe der Gentechnik zu helfen.

Hwang und sein Team hatten im vergangenen Jahr erstmals weltweit einen menschlichen Embryo geklont und daraus Stammzellen für die Herstellung von neuem Gewebe gewonnen. Auf sein Konto ging auch der erste Klon-Hund. Erst am 19. Oktober wurde seine "Welt-Stammzellen-Drehscheibe" für die internationale Forschung eingeweiht. Auf Initiative von Hwang hatten Stammzellenforscher auf drei Kontinenten im Oktober ein Konsortium gegründet, das das therapeutische Klonen weltweit vorantreiben sollte.

DPA/AP AP DPA

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