UFO-Kongress Von fliegenden Tellern und flüchtenden Maschinen


Wissenschaftlich ist das UFO-Phänomen noch nicht ergründet worden, und doch versuchen Forscher - mit mehr oder weniger exakten Methoden -, dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Ein Kongress in Bad Kreuznach machte nun deutlich, wie weit der Weg noch ist.

Die deutschen UFO-Forscher mühen sich um öffentliche und wissenschaftliche Anerkennung. Mehr als ein Dutzend verschiedener Gruppen versucht in der Bundesrepublik derzeit mit mehr oder weniger exakten Methoden, dem Phänomen der unidentifizierbaren Flugobjekte auf die Spur zu kommen. Ein Kongress im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach am Wochenende machte deutlich, wie weit der Weg noch ist.

Eingeladen hatte die Deutschsprachige Gesellschaft für UFO-Forschung (DEGUFO), die vor wenigen Wochen ihren zehnten Geburtstag feiern konnte. "Sie haben es hier nicht mit einer UFO-Sekte zu tun", versucht der Vereinsvorsitzende Frank Menhorn gleich zu Beginn alle Bedenken zu zerstreuen. Seine Gruppe arbeite auf strikt wissenschaftlicher Basis. Der diplomierte Elektroingenieur ist überzeugt: "Das UFO-Phänomen ist real. Nur, worum es sich dabei handelt, liegt noch im Dunkeln."

318 Sichtungen in zehn Jahren

318 mutmaßliche UFO-Sichtungen habe die DEGUFO in den vergangenen 318 mutmaßliche UFO-Sichtungen gesammelt, berichtete Peter Hattwig, ein Maschinenbauingenieur, der nach eigenen Angaben vor der Pensionierung für VW arbeitete. Davon seien 192 so detailliert gewesen, dass sie einer genaueren Untersuchung zugänglich waren.

Die Mehrzahl der geschilderten Phänomene sei erklärbar, berichtete der Ingenieur. In großer Zahl würden technische Objekte wie Flugzeuge oder Feuerwerkskörper für UFOs gehalten, dazu kämen Naturphänomene wie Sternschnuppen oder Kugelblitze. Doch selbst wenn man alle Fälle streiche, die mit Hilfe von Natur und Technik gedeutet werden könnten, blieben von 192 genau 70 rätselhaft: "Hier kann man mit gutem Gewissen von UFO-Sichtungen sprechen."

Fehlende Beweise

Gibt es sie also doch, die sagenhaften "Fliegenden Untertassen"? Auch die UFO-Anhänger müssen einräumen, dass bislang jeder Beweis fehlt. Seit 1947 sind immer wieder von Menschen unheimliche Fluggeräte gemeldet worden. Zu Zeiten des Kalten Krieges hielt sich lange Zeit der Verdacht, die fliegenden Scheiben seien ein geheimes Rüstungsprojekt des sowjetischen oder US-amerikanischen Militärs.

Vier groß angelegte Studien von anerkannten Forschungsinstituten in Frankreich, der ehemaligen Sowjetunion und USA brachten jedoch keine konkreten Erkenntnisse. Kritische Gruppen wie die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) warnen daher vor jeglichem UFO-Glauben. Auch wenn die Aufklärung zuweilen schwer falle, hartnäckiges Nachbohren führe fast immer zu einer natürlichen Erklärung des scheinbar Unerklärlichen.

Wissenschaftlich unerforschtes Phänomen

Eine wissenschaftliche Erforschung des Phänomens habe noch nicht begonnen, betonte in Bad Kreuznach auch Deutschlands "UFO-Papst" Illobrand von Ludwiger. Daher sei es weiterhin die vordringliche Aufgabe, zuverlässige Berichte über UFOs zu sammeln. Von Ludwiger macht deutlich, dass er an der Existenz von Fluggeräten nicht zweifelt, die allen von Menschen bislang geschaffenen Maschinen überlegen sind.

Die rätselhaften Flugobjekte, die von Zeugen mal als fliegende Teller, mal als Kugeln oder Vierecke beschrieben werden, bewegten sich offenbar in einem sehr starken Magnetfeld, glaubt der diplomierte Physiker. Sie seien in der Lage, Funk zu stören und Autos anzuhalten.

"Dann ist das Phänomen weg"

Doch auch diese mächtigen Maschinen scheinen etwas zu fürchten, wenn man von Ludwigers Ausführungen folgt: Eine große Menge Wissenschaftler, die mit Radargeräten und Kameras anrückt. "Wenn die Wissenschaftler immer mehr werden, dann ist das Phänomen weg", klagt der 63-Jährige: "Dann kommt es nicht mehr."

Guido Rijkhoek

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