Primatenforscher Frans de Waal Warum das Bild des Alphamännchens auch im Tierreich überholt ist

Frans de Waal Porträt
Frans de Waal
ist Experte für Empathie, Kooperation und Versöhnung unter Menschenaffen. Im historischen Hauptgebäude der Universität Utrecht bestand de Waal einst seine Doktorprüfung – weltberühmt machte ihn unter anderem seine Forschung an Bonobos, der friedfertigen Schimpansenart
© Ilvy Njiokiktjien
Frans de Waal ist Experte für das Zusammenleben unter Menschenaffen. Der prominente Primatenforscher widmet sich dem Kulturkampf der Geschlechter – mit einem erhellenden Blick auf unsere engsten Verwandten. 

Herr Professor de Waal, reden wir über die herrschenden Geschlechter-Verhältnisse, über das Thema Gender – macht ja sonst keiner!
Eine Erkenntnis habe ich schon für Sie parat: Sie sind ein Mann, und Sie würden mich sicherlich anders interviewen als die Frauen, mit denen ich zuletzt sprach.

Inwiefern?
Interviewerinnen sagen mir etwa: "Der Biologie ist nicht zu trauen. Jahrzehntelang wurde sie gegen uns genutzt, um unsere traditionelle Rolle in der Gesellschaft festzuschreiben."

Teilen Sie diesen Eindruck?
Der ist kaum von der Hand zu weisen. Lange Zeit war die Forschung an Primaten besessen von der angeblich schrankenlosen Herrschaft der Alphamännchen, der passiven Natur der weiblichen Sexualität und von einem Kult um die Gewalt.

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