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Geschichte: Aus Prinz Carl wird König Haakon

2005 haben die Norweger Grund zu feiern: Seit 100 Jahren gönnen sie sich wieder eine eigenständige Monarchie.

Jahrhundertelang mussten die Norweger ihren König mit den Dänen oder Schweden teilen. Erst nach einem Streit um die Errichtung norwegischer Konsulate gab es 1905 dann eine eigene Monarchie: Mehr als zehn Jahre hatte das Storting - die norwegische Nationalversammlung - versucht, ein Gesetz über eigene Auslandsvertretungen zu verabschieden, doch Oscar II., Schwede und seit 1872 König von Schweden und Norwegen, verweigerte die Zustimmung.Die norwegische Regierung trat zurück, und am 7. Juni 1905 beschloss das Storting, die Union mit Schweden aufzulösen. Mit großer Mehrheit stimmte das Volk anschließend für eine eigenständige Monarchie; zum König machten die Norweger Prinz Carl von Dänemark. Für ihn sprachen vor allem außenpolitische Gründe: Carl war mit der britischen Prinzessin Maud verheiratet, und Englands Unterstützung war den Norwegern wichtig. Am 27. November 1905 wurde der neue norwegische König, der den Namen Haakon VII. angenommen hatte, vereidigt. Im Zweiten Weltkrieg verhielt er sich strikt neutral, musste aber nach der Besetzung Norwegens durch die Nazis mit seiner Familie ins Londoner Exil fliehen. Sein Sohn, Kronprinz Olav, unterhielt während des Krieges enge Beziehungen zu US-Präsident Roosevelt und wurde im Sommer 1944 zum Oberbefehlshaber der norwegischen Streitkräfte ernannt. Er kehrte am 13. Mai 1945 nach Norwegen zurück, sein Vater, der König, folgte einen Monat später. Als König Haakon VII. am 21. September 1957 starb, folgte ihm Olav V. auf den Thron. Dessen Sohn wurde 1991 als Harald V. norwegischer König. Seine Frau, Königin Sonja, brachte am 20. Juli 1973 Haakon Magnus, Kronprinz von Norwegen, zur Welt. Am 25. August 2001 heiratete der die Bürgerliche Mette-Marit, die jetzt Kronprinzessin ist. Anders als die frühesten Herrscher Norwegens hat Kronprinz Haakon einen harmlosen zweiten Namen: "Magnus" heißt "der Große". Der allererste König, Harald I. - lebte von zirka 865 bis 933 -, trug den Beinamen "Schönhaar". Sein Nachfolger Eirik I. hieß "Blutaxt", spätere Monarchen dann sogar "Barfuß", "Hakenrücken" oder "Breitschulter".

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