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Pamplona: Amerikaner von Stier aufgespießt

Bei der Stierhatz von Pamplona ist am Mittwoch ein Amerikaner von einem Bullen auf die Hörner genommen worden. Der 22-Jährige aus Kalifornien erlitt eine zwölf Zentimeter lange Wunde am Gesäß.

Nach Angaben des Roten Kreuzes wurde er operiert und schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Ein Grieche wurde im Gesicht verletzt, als die Stiere ihn in den engen Gassen überrannten.

Auch am dritten Tag des Stierrennens blieben die Tiere auf dem Weg durch die Straßen der Stadt bis zur Arena meistens dicht zusammen. Ein Bulle trennte sich jedoch von der Gruppe und versuchte mehrfach, zum Start zurückzulaufen. Hunderte Läufer bemühten sich, den Tieren auszuweichen und stürzten dabei teilweise übereinander. Auch am Dienstag war dabei ein Spanier aufgespießt worden. Er wurde im Krankenhaus behandelt, erlitt jedoch keine schwerwiegenden Verletzungen.

Am Dienstag waren in Pamplona 49 Menschen zumeist leicht verletzt worden. Zwei der Teilnehmer wurden jedoch von den bis zu 600 Kilo schweren Bullen auf die Hörner genommen.

Zehntausende Einwohner und Touristen aus aller Welt verfolgen jedes Jahr die Veranstaltung zu Ehren heiligen San Fermín. Während der Rennen kamen seit Beginn der Aufzeichnungen vor 84 Jahren 13 Menschen ums Leben. Zuletzt wurde 1995 ein 22-jähriger Amerikaner von einem Stier durchbohrt.

Bei dem von Tierschützern kritisierten Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen sechs Kampfstiere und sechs zahme Leitochsen durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, wo sie abends von Toreros getötet werden. Hunderte wagemutige Männer, die "mozos", rennen auf der 825 Meter langen Strecke vor den Tieren her. Als einzige "Waffe", um die Bullen von sich fernzuhalten, dient ihnen eine zusammengerollte Zeitung.

Als Ehrengast der traditionellen Feierlichkeiten wurde am Dienstag der Enkel des US-Autors Ernest Hemingway von Bürgermeisterin Yolanda Barcina im Rathaus empfangen. John Hemingway ist selbst Schriftsteller und hat ein Buch über seinen Vater herausgebracht. Dieser hatte die Stierhatz in Pamplona vor 85 Jahren erstmals selbst miterlebt und sie durch seinen Roman "Fiesta" (1926) weltbekannt gemacht. Vor der Stierkampfarena wird er deshalb mit einer bronzenen Büste geehrt. Der Hemingway-Enkel ist seit diesem Jahr Mitglied eines der traditionellen Fanclubs der Stierhatz, die als "peñas" bekannt sind.

AP/DPA

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