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Pamplona: Morgens jagen, abends sterben

Die "Fiesta" in Pamplona mit dem traditionellen Stiertreiben ist erst halb um, und schon sind die ersten 100 Verletzten zu melden. Für die Stiere ein geringer Trost, sie sterben am Abend.

Bei der Stierhatz im nordspanischen Pamplona sind am Wochenende rund 100 Menschen zumeist leicht verletzt worden. Für neun Teilnehmer endete das gefährliche Spektakel im Krankenhaus, wie das Rote Kreuz mitteilte. Vier von ihnen wurden von den Tieren auf die Hörner genommen und mussten notoperiert werden. Am schlimmsten traf es einen 24-jährigen Spanier, der am Samstag im Oberschenkel und im Gesäß aufgespießt wurde. Lebensgefahr bestand aber nicht.

Die Hatz war am Samstag und am Sonntag besonders gefährlich, weil der Andrang auf der Strecke sehr groß war. Die Teilnehmer behinderten sich in den engen Gassen der Altstadt gegenseitig und konnten den 600-Kilo-Bullen kaum ausweichen.Bei dem traditionellen Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen sechs Kampfstiere und sechs zahme Leitochsen durch das Zentrum Pamplonas bis in die Arena gejagt. Dort werden sie abends von Toreros getötet. Hunderte junge Männer, die "mozos", laufen dabei vor den Tieren her. Als einzige "Waffe", um die Kolosse von sich fern zu halten, dient ihnen eine zusammengerollte Zeitung.

Seit 1924 sind bei den Stiertreiben ("encierros") 14 Läufer ums Leben gekommen, zuletzt starb 2003 ein 62-jähriger Spanier. Die Hatz ist der Höhepunkt des Volksfestes zu Ehren von Pamplonas Schutzpatron San Fermín. Es wurde durch Ernest Hemingways Roman "Fiesta" (1926) weltbekannt.

DPA / DPA
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