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Handgepäck ade?: Passagier trickst raffiniert die Gepäckregelung von Ryanair aus

Was nicht unter den Sitz passt, kommt nicht mehr in den Flieger. So lauten die neuen Regeln für Handgepäck bei Ryanair. Einem Briten war das zu viel. Und so dachte er sich einen cleveren Trick aus. 

Die Billigfluglinie Ryanair hat die Regelungen fürs Handgepäck verschärft

Die Billigfluglinie Ryanair hat die Regelungen fürs Handgepäck verschärft

Picture Alliance

Ob Verpflegung oder Gepäck: Bei der Billigairline Ryanair kostet alles extra. Im November hat die Fluglinie die Regelungen für Handgepäck zusätzlich verschärft. Nun dürfen nur noch Gepäckstücke, die die Maße von 40 x 20 x 25 Zentimeter nicht überschreiten, mit in den Flieger. Alle anderen Aktentaschen, Rucksäcke oder Trolleys müssen aufgegeben werden. Das kostet mindestens acht Euro zusätzlich.

Das war für Passagier Lee Cimino zu viel des Guten. Der 30-Jährige hatte einen Flug von Manchester nach Belfast gebucht, wo er ein Wochenende verbringen wollte  – nur um kurz darauf festzustellen, dass er seinen Trolley gar nicht mehr an Bord nehmen darf. Und so schmiedete er einen ausgefuchsten Plan, um die neuen Gepäckbestimmungen von Ryanair zu umgehen.

"Ich liebe Ryanair, sie haben mich schon überall hingeflogen", erklärte er in einem Video, auf dem er seinen Trip festhielt.

This is for you if you've ever been frustrated by Ryanair. This is how you get around the new baggage charges every time. It might even make you smile :D

Gepostet von Lee Cimino am Sonntag, 4. November 2018

"Aber diese letzten Änderungen sind zu viel." Also brachte der Brite seinen Mantel zu seinem Schneider und bat ihn, so viele Taschen und Fächer daran zu nähen, dass sein gesamtes Gepäck rein passen würde, berichtete er nun dem britischen Magazin "The Independent"

Ryanair vom Trick nicht begeistert

"Das wird nie funktionieren", dachte er, als er den aufgearbeiteten Mantel anprobierte. Aber einen Versuch war es wert. Er entschied sich, am 3. November sein Glück zu versuchen. 

"Die Security zu passieren, war kein Problem", erzählte er dem "Independent". "Ich habe den Mantel einfach in die Ablage gelegt." Er sei sehr nervös gewesen. "Aber am Gate konnte ich problemlos in das Flugzeug einsteigen." 

Nachdem nun der Trick mit dem Mantel so gut funktioniert hat, will Cimino es auch in Zukunft versuchen. "Ich würde nicht zögern, es wieder zu machen oder es anderen zu empfehlen. Mir geht es nicht einmal so sehr ums Geld. Denn am Ende des Flugs müsste man sonst auf sein Gepäck warten. Und so spart man Geld und Zeit."

Ryanair ist jedoch der Meinung, dass die Trickserei gar nicht notwendig ist. "Dank unserer größeren Freigepäckmenge (40 Prozent größer) und der günstigeren Option zum Einchecken des Gepäcks (acht Euro für ein Gepäckstück mit einem Gewicht bis zehn Kilogramm) können Ryanair-Kunden alles mitbringen, ohne dass sie wie ein Michelin-Männchen aussehen müssen", so ein Sprecher.

In Italien versucht die Wettbewerbsbehörde bereits gegen die Kabinengepäckgebühr vorzugehen. Sie untersagte die Praxis. Mehr für einen "wichtigen Teil des Beförderungsvertrags" zu verlangen, sei hinsichtlich der tatsächlichen Ticketkosten "irreführend" und erschwere den Preisvergleich, so die Behörde. Ryanair kündigte jedoch "sofortige Berufung" an und will an der Praxis festhalten. Die Airline hatte erklärt, sie wolle damit Verspätungen vermeiden, weil die vielen Kabinengepäckkoffer nicht in die Gepäckablage im Flugzeug passen und Ryanair in der Vergangenheit einen Teil stets im Frachtraum unterbringen musste. 

ivi
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