Ob im Hotel, am Bahnhof oder im Restaurant: Im Jahr 2026 kommen zahlende Gäste eigentlich überall kostenlos ins Internet. Nur Flugpassagiere müssen oft genug noch happige Gebühren für einen Onlinezugang zahlen. Das aber ändert sich nun – zumal es mit Starlink einen Anbieter gibt, der zuverlässig und überall schnelle Datenverbindungen anbietet.
Nach British Airways, Air France und Emirates hat sich nun auch die oft etwas altmodische Lufthansa entschieden, ihre Flotte mit dem Netzzugang von Elon Musks Datendienst auszustatten. 850 Flugzeuge sollen in den kommenden drei Jahren aufgerüstet werden. Für Inhaber einer Senator- oder Frequent-Traveller-Karte wird der Zugang gratis sein, außerdem für diejenigen, die sich mit der Lufthansa Travel-ID registrieren.
Elon Musks Technikchef: Starlink-Antennen nicht zu groß
Die dafür benötigte Technik sei ein Investment "in die Zufriedenheit unserer Passagiere", heißt es bei dem Unternehmen dazu. Anderen Fluggesellschaften wie Ryanair, nach Fluggastzahlen viertgrößte Airline der Welt, ist diese Konnektivität nicht ganz so wichtig, jedenfalls nicht die über Starlink.
So lehnt Unternehmenschef Michael O’Leary die Ausrüstung seiner rund 650 Maschinen mit Elons Musks Technik ab. Grund: Die dafür nötigen Antennen würden den Luftwiderstand erhöhen und damit den Kerosinverbrauch "um zwei Prozent" steigern, so O'Leary. Für die vorwiegend einstündigen Flüge von Ryanair lohne sich das nicht.
Die jährlichen Zusatzkosten von "200 bis 250 Millionen US‑Dollar" müssten auf die Ticketpreise umgelegt werden, was "ungefähr ein US‑Dollar pro Passagier im Jahr" bedeute, so O'Leary im Wirtschaftsdienst Reuters. Viele Passagiere seien nicht bereit, diesen Mehrbetrag zu zahlen. Ryanair bietet teilweise Flüge für unter 20 Euro an – allerdings bekommt man dafür in der Regel nur den Sitzplatz. Alles andere kostet meist extra.
Aus Sicht eines Low-Cost-Carriers mag diese Rechnung nachvollziehbar sein, aus Sicht von Starlink-Chef Elon Musk stimmt sie allerdings nicht: O'Leary habe "keine Ahnung", wie der Treibstoffverbrauch berechnet werde. Unterstützung bekommt der reichste Mensch der Welt vom Starlink-Technikchef Michael Nicolls: Der Mehrverbrauch würde nur für klassische Antennen gelten, die flacheren Starlink-Terminals führten lediglich zu einem Kerosin-Plus von 0,3 Prozent.
Damit war das Feld für den weiteren Schlagabtausch bestellt: In einem weiteren Interview sagte Michael O’Leary, Elon Musk wisse "nichts über das Fliegen" und sei ein Idiot: "Er ist sehr reich, aber ein Idiot." Überhaupt rate er generell davon ab, auf "irgendwas zu hören, was Musk in seiner Jauchegrube namens X" schreibe.
Diese Attacke ließ Musk natürlich nicht auf sich sitzen und schlug im selben Ton zurück: In einem X-Post bezeichnete er O’Leary als "absoluten Idiot" und forderte Ryanair auf, den Chef zu feuern. Auf den Hinweis eines Users, er könne die Airline doch einfach kaufen, antwortete Musk kurz: "gute Idee" – und nährt damit Spekulationen, er könne sich nach Tesla, SpaceX und X noch ein weiteres Unternehmen zulegen. Aktuell beträgt der Börsenwert von Ryanair 30 Milliarden Euro. Das geschätzte Vermögen Elon Musks liegt umgerechnet bei knapp 700 Milliarden Euro.