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Teneriffa Karneval: Rhythmus, Rausch und Kawumm!

Ausnahmezustand ist ein schwaches Wort für das, was ins Santa Cruz de Tenerife los ist, wenn es alle Jahre wieder heißt: Karneval. Wer das wilde Straßenfest im Februar besuchen möchte, sollte die Reise auf die Kanaren jetzt planen. Wir zeigen Bilder des Vergnügens.

Von Verena Lugert

Teneriffa Karneval

Die Schreckensnachricht geht herum: Sie verbrennen die Sardine! Es geht zu Ende mit dem Karneval auf Teneriffa

Pfauen, Paradiesvögel, Federn. Ein Wippen, ein Taumeln, ein Zittern der Schwingen. Ein Trippeln in Goldlamé-Pumps. Halblautes Getrommel, gleich wieder unterbrochen, »otra vez« – noch einmal! Jungen zählen mit ernstem Blick den Takt; Mädchen, prächtig geschmückt und geschminkt, umwogt von Feder-Aureolen, die doppelt so hoch und viermal so breit sind wie sie, gehen untergehakt ein paar Schrittfolgen durch. Junge Männer, geputzt und gefiedert, mit gemeißelten Torsos, mit schlanken, biegsamen Hüften in schwingenden Schlaghosen, stehen in Grüppchen beisammen, vibrierend vor Spannung und Energie. »Un fotito!« – ein Foto! –, rufen sie einem Mädchen mit Kamera zu, schlingen die Arme umeinander, stellen die Beine kokett im Tänzerschritt aus. »Un, dos, tres!« Klick.

Ein rosafarbenes Fabelwesen, schimmernd und glitzernd, nagt an einem Schmalzkringel in winzigen Bissen, das kunstvolle Lippen-Make-up soll makellos bleiben. Das Wesen heißt Cecilia und ist im wahren Leben Verwaltungsangestellte, hier im Karneval aber ist sie Königin, sie wird den Zug anführen. Cecilia lehnt an einem der Wagen, die in schriller Prachtentfaltung schier explodieren. Dabei sind sie noch nicht einmal illuminiert. Noch wuseln Männer im Blaumann herum, prüfen die Elektrik, die Myriaden von Lämpchen.

Immer mehr Mädchen, Frauen, Jungen treffen ein, bereits im Kostüm, die Feder-Mandorlen wie Riesenmonstranzen vor sich hertragend. Um sieben soll sie losgehen, die Parade. Was heißt Parade? Das große gemeinschaftliche Über-die-Ufer-Treten, das Aufgehen in »Ritmo y Armonía«, in Rhythmus und Harmonie, so der Name des Umzugs, das gemeinsame Zerfließen im getrommelten Sinnesrausch, der Höhepunkt des Carnaval de Tenerife, des tinerfeñischen Karnevals. Des größten Karnevals Europas.

Die vielen Rückwanderer, die in den 1920er und 1950er Jahren, als der kanarische Archipel seine Bewohner nicht mehr ernähren konnte, erst nach Lateinamerika ausgewandert und dann wieder heimgekommen sind, haben die Idee eines lateinamerikanisch geprägten Karnevals mit zurück nach Teneriffa gebracht. Und die tinerfeños, ohnehin mit einer Vorliebe für Rhythmus, Rausch und Kawumm, haben den Umzug jedes Jahr spektakulärer gemacht.

Die Avenida Francisco la Roche, die breite Straße, die Santa Cruz vom Meer trennt, ist Bühne und Rampe. Eine raue Kulisse aus Hafen, Ölplattformen und den Bergzacken am Horizont, die wie die Gebisslandschaft eines uralten Drachens aussehen. Dazu das Blau des Atlantik, beschienen von afrikanischem Licht.

Gekürzte Fassung aus "Geo Special: Kanarische Inseln". Ab sofort am Kiosk für 9,50 Euro oder als App auf iTunes für 7,99 Euro.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(