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Tourismus-Einbruch Nach Hochwasser: Venedigs Hoteliers beklagen dramatische Storno-Welle

Touristen in der Nähe der Rialtobrücke 
Touristen in der Nähe der Rialtobrücke 
© Luigi Costantini/AP
Schlimmer als nach 9/11: Nach dem verheerenden Hochwasser in Venedig haben Touristen ihre Reisepläne geändert. Die Hotels verzeichnen einen Buchungsrückgang von fast 50 Prozent.

Seit Mitte November habe es einen beispiellosen Einbruch bei den Reservierungen gegeben, sagte der Chef des venezianischen Hotelier-Verbandes, Vittorio Bonacini. Nicht einmal nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, als der Tourismus weltweit einbrach, seien die Rückgänge so eklatant gewesen, fügte Bonacini hinzu.

In den vergangenen 30 Tagen seien 45 Prozent der Hotelbuchungen storniert worden, sagte Bonacini. Sein Verband habe deshalb Veranstaltungen, Konferenzen und "große Initiativen", die für das kommende Jahr geplant gewesen seien, absagen müssen.

Rekordpegel von 1,87 Metern

Mitte November war Venedig von einer Rekordflut heimgesucht worden. Am 12. November erreichte das Hochwasser einen 50-Jahres-Rekordpegel von 1,87 Metern über dem Meeresspiegel.

Knietief im Wasser waten auf dem Markusplatz in Venedig
Knietief im Wasser waten auf dem Markusplatz in Venedig
© Luigi Costantini/AP / DPA

Bonacini beklagte, dass es bezüglich dieser Zahl Missverständnisse gebe. So hätten etwa Touristen aus den USA bei dem Hotelier-Verband angerufen und gefragt, ob ein Kind mit einer Körpergröße von 1,50 Metern in Venedig in Gefahr sei.

Die Lagunenstadt liege aber mehr als einen Meter über dem Meeresspiegel, betonte Bonacini. Wenn von einer Flut von 1,30 Metern die Rede sei, bedeute dies, dass das Wasser in Venedig einen maximalen Pegel von 30 Zentimetern erreiche.

Hinzu komme, dass das sogenannte Acqua Alta am 12. November nur eineinhalb Stunden angedauert und sich die Situation binnen weniger Stunden normalisiert habe, sagte Bonacini.

Nach Angaben des Hotelier-Verbands besuchen jährlich mehr als 31 Millionen Touristen Venedig. Beim Großteil von ihnen handelt es sich demnach jedoch um Tagestouristen - nur 11,5 Millionen übernachten demnach in einem der 274 Hotels in der historischen Altstadt.

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tib/AFP

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