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Reisetipp: Vom Glück des Wanderns – was ein stern-Reporter erlebte, als er von Hamburg nach Rom ging

Einfach mal raus. Durchatmen. Den Augenblick genießen. stern-Reporter Uli Hauser lebte diesen Traum. Und wanderte von Hamburg nach Rom.

Über alle Berge: Auf 2310 Metern führt ein alter Römerpass (r.) von der Schweiz nach Italien

Über alle Berge: Auf 2310 Metern führt ein alter Römerpass (r.) von der Schweiz nach Italien

Da war dieser Weg. Und da war dieses Licht. Da war Wald. Und da war Wiese. Ich aber saß im Auto. Und wollte nur raus.

Ich erinnere mich genau an den Morgen, als der Wunsch in mir wuchs. Es war eine Stunde hinter Hamburg, es war noch früh, die Landstraße leer, und ich war langsam unterwegs. Da habe ich ihn entdeckt, diesen Weg, der abging von der großen Straße. Ich hielt an und stieg aus. Feldsteine lagen in der Sonne. Sie schimmerten rötlich.

Mutausbruch

Ich folgte der Spur der Steine. Aus Sträuchern stoben Vögel auf, so früh erwarteten sie keinen Besuch. Aufgeregt flogen sie davon; tut mir leid, dachte ich, ich will nicht stören. Ich schaute zurück, mein Auto war nicht mehr zu sehen.

Ich merkte, wie der Weg mich an die Hand nahm. Nach einem Feld waren da Bäume. Nicht groß, aber alt, ihre Äste lagen sich in den Armen, sie bildeten ein Dach über meinem Kopf.

Ich lauschte nach allen Seiten, aber da war niemand. Ich schloss die Augen und versuchte, den Wind zu spüren, einen Hauch davon. Die Luft war warm und weich. Und plötzlich dachte ich, wie es wäre, wenn ich weiterginge, über das nächste Feld und am Saum des Waldes entlang. In den Tag hinein und in noch einen, und daraus würde eine Woche werden und ein Monat. Ein Sommer.

Die Route  Mal lief Hauser ein bisschen kreuz und quer. Die grobe Richtung aber war: Süden. Von Hamburg über Göttingen, Bamberg und München an den Bodensee. Dann über den Septimerpass, am Comer See entlang und durch den Norden Italiens in die Ewige Stadt

Die Route

Mal lief Hauser ein bisschen kreuz und quer. Die grobe Richtung aber war: Süden. Von Hamburg über Göttingen, Bamberg und München an den Bodensee. Dann über den Septimerpass, am Comer See entlang und durch den Norden Italiens in die Ewige Stadt

Diese Gedanken gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Eines Tages bat ich den Chef, mich laufen zu lassen. Und fragte meine Freundin, ob sie etwas dagegen hätte, bliebe ich mal eine Weile länger weg. Ich fragte so, dass sie keine Wahl hatte. Die Tage wurden länger und die Luft wärmer: Ich wollte nur noch draußen sein. So kam es, dass ich fortging. Wie früher als Kind, als ich über Zäune stieg und durch Wiesen streunte. Ein Mutausbruch, ins Blaue hinein.

Ich brauchte nicht lange, den Rucksack zu packen. Es war der alte von meinem Sohn, viel zu klein. Ich stopfte ihn voll. Eine kurze, eine lange Hose. Zwei Paar Socken und drei Shirts. Und einen Schlafanzug, ich wollte es gemütlich haben.

Vom Speicher holte ich die Bergschuhe, sie waren dreckig von der letzten Wanderung. Aber eingelaufen, so dachte ich. Bestimmt 15 Jahre alt, aus braunem Leder. Ich schaute noch mal bei Kirsten vorbei, Kirsten Götz-Neumann. Als Physiotherapeutin guckt sie, ob die Leute richtig gehen. Du stampfst ganz schön, sagte sie. Und dass ich vorher ein bisschen trainieren solle. Ich aber wollte nicht mehr warten. Von der Brücke winkte ich noch einmal der Elbphilharmonie zu, sie glitzerte in der Sonne. Mir stand frei, zu gehen.

Meine Augen suchten Weite

Ich wollte ans Meer. Es gibt eins im Norden. Und eins im Osten. Aber mich lockte der Süden. Von Hamburg ans Mittelmeer, über tausend Kilometer Luftlinie waren es dorthin. Ich rechnete. Schaffte ich täglich 25 Kilometer, würde es um die 40 Tage dauern. Es wurden am Ende 100 Tage, und es wurde nicht das Meer. Mein Weg führte mich nach Rom. Es hat sich so ergeben.

Ich träumte davon, mich zu verwandeln. Das Gewohnte zu verlassen, um Ungewöhnliches zu erleben. Neuen Schwung in mein Sein zu bringen; mehr als 50 Jahre waren nun vergangen, seit ich das Gehen erlernt hatte. Es war nach der Geburt das Großartigste, was ich geschafft habe.

Seither laufe ich wie selbstverständlich durchs Leben, ohne noch wirklich darauf zu achten, wie ich den Fuß setze, die Hüfte bewege, in jeder Sekunde und mit jeder Faser meines Körpers der Schwerkraft trotze. In der ersten Nacht im Wald hätte ich heulen können vor Glück. Ich hatte es wirklich getan, ich war meiner Sehnsucht gefolgt.

Uli Hauser war erstaunt, wie gut es lief in alten Wanderstiefeln. Mal 20, mal 30, mal 40 Kilometer am Tag. Hauser achtete nicht darauf, und oft war auch das Ziel im Weg

Uli Hauser war erstaunt, wie gut es lief in alten Wanderstiefeln. Mal 20, mal 30, mal 40 Kilometer am Tag. Hauser achtete nicht darauf, und oft war auch das Ziel im Weg

Am 10. Juni bin ich los, Anfang August wollte ich, grob über den Daumen gepeilt, in München sein und von dort Richtung Südosten über die Alpen nach Triest laufen. In die Hafenstadt, die zum Land der Habsburger gehörte, als Österreich sich noch in die Länge streckte und keinen Kanzler hatte, der Kurz hieß.

Dieses Sitzen, ich hatte es satt. Auf dem Rad zur Arbeit, in der Bahn zum Termin, in Häfen zum Fliegen. Jemanden treffen: sitzen. Was besprechen: sitzen. Essen: sitzen. Nur der Kaffee, der war to go. Ich war Büromensch geworden. Ein Stubenhocker. Manchmal schlenderte ich vom Schreibtisch zum Fenster am Ende des Flurs und schaute aufs Wasser. Wir haben die Elbe vorm Haus. Schien die Sonne, ging die Jalousie runter, von selbst. Zu viel Licht. Meine Augen suchten Weite, sie kamen aber nur bis zum Bildschirm.

Die ersten 250 Kilometer blieb mein Leben flach. Norddeutsche Tiefebene: Hier kann man schon von Weitem sehen, wer zum Kaffee kommt. Ich wollte da durch, ich war zu Fuß, ich war von früher. So manches Mal erschreckte ich Rehe. Aber ich kam als Freund, nicht als Mähdrescher.

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Kreuz- und Quertreiber

Kurz vor Braunschweig geriet ich an den Rand überfüllter Ausfallstraßen und passierte ein Logistikzentrum. Autos ohne Ende. Das war kein Spaß. Immer wieder duckte ich mich vor den Druckwellen vorbeidonnernder Lastwagen in den Graben. Als Wandersmann bist du ein weiches Ziel. Und im Weg. Grundsätzlich sind Fußgänger nicht sonderlich beliebt bei denen, die ihre Beine anders nutzen. Zum Noch-mal-aufs-Gaspedal-Treten hundert Meter vor der Kreuzung, zum Beispiel.

Ich war erstaunt, wie gut ich lief. Mal 20, mal 30, mal 40 Kilometer am Tag. Mein Handy zählte mit, ich kannte die Funktion vorher nicht. Nach zwei Stunden war meist der Saft weg, ich hatte eine App geladen, die für mich Wege erkannte. Fiel mein Navigator aus, verließ ich mich auf meine Nase. Und auf einen blattgoldenen Kompass, ich drehte ihn auf Süden. Irgendwann kam der Harz. Und Deutschland begann zu hügeln. Von nun an ging es auf und ab. Und mit meinem Plan hin und her. Manche gehen den direkten Weg. Ich war mehr der Kreuz- und Quertreiber.

In Göttingen wies mir ein Professor eine andere Richtung. Dietrich Denecke, der Doyen der deutschen Straßenforschung. Ich hatte seinen Namen im Internet gefunden, als historischer Geograf kennt er sich aus mit alten Wegen. Aus Erde, Steinen und Muschelkalk. Deutschland hat viele davon, sie verstecken sich in Wäldern. Spurrillen von früher, von Kutschen noch und Frachtwagen.

Dietrich Denecke schenkte mir eine Karte. Sein Lebenswerk. Sechs Jahre lang hatte er die Gegend zwischen dem westlichen Rand des Harzes und dem Weserbergland kartografiert. Verschwundene Siedlungen aufgetan und Pfade zwischen Dörfern. Die Standorte von Galgen eingezeichnet und Gedenksteine, die an erschlagene Reisende erinnern. Mit dieser Karte begab ich mich auf die Suche nach einer verlorenen Zeit.

Wilhelm Busch erlebte einen Teil seiner Kindheit im Haus des Müllermeisters im niedersächsischen Ebergötzen, wo heute ein Museum steht

Wilhelm Busch erlebte einen Teil seiner Kindheit im Haus des Müllermeisters im niedersächsischen Ebergötzen, wo heute ein Museum steht

Im Wald entdeckte ich eine Autobahn des Mittelalters, die Fernverbindung von Lübeck nach Nürnberg. Blieben Kutschen damals im Schlamm stecken, wurden sie einfach ein paar Meter weiter auf eine neue Spur gesetzt. Ich fand das aufregend. Händler waren auf diesen Pfaden unterwegs und Heerscharen. Durch die Mitte mussten alle, die von Ost nach West und von Süd nach Nord wollten. Hier kreuzten sich Klingen und Könige. Auf Eierwegen und Eselsstiegen.

Ich wurde gut darin, alte Pfade zu finden. Einen nahm ich, der den thüringischen Rennsteig als Rennweg ins Bayerische verlängerte, sanft die Hügel entlang. Laufen Sie nicht nach Triest. Gehen Sie nach Rom, über den Septimerpass, hatte Herr Denecke gesagt. Diesen Weg sei auch Luther gegangen. Als er von Erfurt aus in rund 50 Tagen über die Alpen stiefelte, um mit dem Papst ein ernstes Wort zu reden. Die Gespräche liefen nicht, wie Luther sich das vorgestellt hatte. Und fromm waren sie in Rom auch nicht. Also wieder zu Fuß zurück. Mit jedem Kilometer wuchs seine Wut auf das, was er in Caput mundi gesehen hatte. Wie das ausging, wissen wir ja. Er reformierte sich und sein Land gründlich durch. Das hat man davon, wenn man Leute allein laufen lässt. Sie kommen auf Gedanken.

So ließ ich mich also schicken. Ich fragte die Leute am Weg, in welche Richtung es ging. Folgte dem Strahl der Sonne, folgte einer Stimmung. Wusste morgens nicht, wo ich abends sein würde.

Auf zu den alten Meistern

Ich nahm, was kam. Ich nahm, wie es kam. Ich wusste, dass Bewegung gut sein soll, man liest viel davon. Aber ich hatte keine Ahnung von diesem zutiefst befriedigenden Gefühl, das einen erfasst, wenn man sich wirklich in Bewegung setzt.

Es war das pure Glück. Und abends, die Wangen warm von der Anstrengung des Tages, beseelt ins Bett. Weil ich wieder ein paar Schritte vorangekommen war. Aus eigener Kraft. Und nicht in einem Kasten aus Blech.

Durch die Mitte des Landes ging es weiter, die Werra entlang und die einstige innerdeutsche Grenze, hinter Eisenach in die Rhön und dann runter nach Bamberg. Wo die Entscheidung anstand, über Rothenburg ob der Tauber und Augsburg an den Bodensee zu laufen oder doch lieber durch die Oberpfalz und Niederbayern Richtung München und dann durch das Allgäu. Das war, im Großen und Ganzen, im Kleinen und Feinen, mein Weg durchs deutsche Land. Mit zehn Kilo Gepäck und einem Sonnenhut. Anfangs noch in schweren Bergschuhen und später in Sandalen und noch später barfuß.

Denn ich fand Schuhmacher und Orthopädiemeister, die mir auf die Füße schauten. Und mich aufklärten über das rechte Gehen. Über die rechten Schuhe, die aus Leder, nicht aus Plastik. Ich fragte mich durch zu alten Meistern, die noch das Handwerk beherrschten, ich wollte wissen, was sie über Schuhe denken, die eher für den Kopf als für die Füße gekauft werden. Und darüber, dass die Leute meist in viel zu engem Gebinde unterwegs sind, sodass sie mit der Zeit krank werden, ich sage nur: Rücken.

Hauser traf kaum andere Wanderer, die liefen wohl alle nach Santiago de Compostela

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Meine Bergschuhe waren auch zu klein, ich wusste es vorher nicht. Und vielleicht hätte ich doch vor dem Abmarsch trainieren sollen. Nach vier Wochen machte sich meine Ignoranz bemerkbar: Sehnenscheidenentzündung. Ich hinkte nur noch. Arzt, Apotheke, Auszeit, eine Woche lang ging nichts mehr. Da war ich in Landshut und am Ende. Fast hätte ich die Reise abbrechen müssen; hätte ich mich hinter München nicht entschieden, mehr barfuß zu laufen, durch feuchte Wiesen und durch Bäche, dass die Zehen auch was sehen konnten von der Welt.

Die Freunde in Hamburg meldeten in jenem Sommer vier Tage Sonne. Ich meldete vier Tage Regen. Drinnen war ich nur zum Schlafen. Über das Handy organisierte ich mir täglich ein neues Quartier, es war ein wahres mobiles Telefonieren aus Feld und Flur. Leute traf ich wenige, ich lief durch leeres Land. Ein bisschen verwildert und doch frisch gewaschen einen jeden Morgen. Oft dachte ich daran, was mal ein Schriftsteller mit 85 Jahren gesagt hatte. Könnte er sein Leben noch einmal neu beginnen, würde er mehr barfuß gehen, von Frühling bis Herbst. Häufiger in Flüssen baden und der Sonne beim Unter gehen zuschauen. Und versuchen, so viele gute Augenblicke wie möglich zu haben. Ich konnte sie gar nicht zählen.

Nie wieder hetzen

Wenn Menschen sagen, die Welt ist schlecht, sage ich seitdem: Die Welt ist gut. Ich habe es erfahren. In Alexandras Gartencafé in Köslau bei Königsberg stellte mir die Chefin ungefragt eine Wanne mit heißem Wasser unter den Tisch. So genoss ich selbst gemachten Obstkuchen mit bester Sahne. Im fränkischen Stublang fuhr mich der Brauereichef mit seinem Trecker ins Quartier, Hermann in Meßkirch organisierte mir endlich Schuhe, die passten. Ich traf Bauern und Bänker, Ärzte und Bettler. Ich war allein und doch nie einsam; und aus tiefstem Herzen fröhlich und dankbar. Vertrauend, dass die Dinge gut werden würden. In einem Film, von dem ich das Drehbuch nicht kannte. Einverstanden war ich. Kein: Ja, aber. Sondern: Warum nicht?

So waren meine Tage, gut und schön. Ich nahm mir vor, mich nie wieder hetzen zu lassen. Weder von mir noch von anderen.

Seine Füße musste Uli Hauser gut pflegen, nicht nur nach einer Sehnenscheidenentzündung, ein Malheur, das in Bayern dazukam

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Eines Tages stand ich am Bodensee, 967 Kilometer und 205 Stunden von Rom entfernt. In München war mein Portemonnaie gestohlen worden, und ich war ohne Pass. Vor Füssen hatte mich fast ein Blitz getroffen. Auch aus Italien kamen schlechte Nachrichten: Waldbrände, Bergstürze. Plötzlich war ich unschlüssig, ob ich über den 2310 Meter hohen Septimerpass in die Schweiz und weiter nach Italien gehen sollte, ohne genau zu wissen, wohin. Die Berge waren keine Kulisse mehr, sie standen im Weg. Ach, dachte ich, hier ist doch auch Süden, bleib ein bisschen. Und lauf dann um den See herum wieder nach Hamburg hoch, dann hast du eine Runde gedreht durch Deutschland.

Doch dann traf ich eine Eremitin, es war wirklich so, und sie nahm mich in ihrem Auto mit in die Schweiz. Gut, dann eben doch weiter, dachte ich. Und ging über die Alpen runter zum Comer See und weiter über den Franziskusweg von Assisi in die Ewige Stadt.

Im Augenblick leben, das sagt sich so leicht; ich kam diesem Gefühl verdammt nah. Ich habe es mir erlaufen. Und kann jedem nur empfehlen, auch mal ein paar Schritte mehr zu wagen. Es muss ja nicht gleich so weit sein. Um die Ecke geht auch.

Es ist keine Zauberei. Man braucht dafür keine Warnweste und keine bunten Schuhe, auch keine Extrahose mit Leuchtstreifen. Könnte ich nicht, schaffe ich nicht – darauf entgegne ich: Traut euch. Nicht immer wegfahren. Weggehen. Den Körper frei bekommen und nicht nur den Kopf. Die Muskeln lockern und aus dem Vollen schöpfen. Sich neu erleben, das Sehnen und Dehnen und Strecken.

Was wirklich gegen die Sehnenscheidenentzündung half, war eine Woche Pause – und barfuß zu gehen

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Wo es am schönsten war? Waren es der Angang durch feuchte Wiesen und Froschkonzerte nach Bad Bodenteich? Das Singen mit Jessie im Gasthof "Zur Post"? Die halbe Stunde in einer Höhle, in der wohl schon Franziskus schlief, der Sonnenanbeter vorm Herrn? Die Zeit mit Jakobus in seiner Eremitage hoch überm See, die Woche in Landshut mit neuen Freunden, Armin und Klaus und Hetman? Das Gespräch mit dem Bauern, der die Euter seiner Kühe mit Arnika einrieb, der taufrische Morgen in wohlig-weichem Gras noch vor Aufgang der Sonne? Der Bach, in dem ich mich treiben ließ, die Brunnen, aus denen ich trank?

Geschenk des Himmels

Nein, das Beste war, einfach losgegangen zu sein. Wie die ersten Menschen, einfach mal gucken. Was da ist nach der nächsten Biegung, um die Ecke, hinter dem Hügel. Und sich auf sich selbst verlassen zu haben, ohne umständliches Mühen, perfekt sein zu wollen, und bestens vorbereitet.

Dass ich am Ende dem Papst dann auch noch schöne Grüße bestellen konnte, bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz, war wie ein Geschenk des Himmels. Im frisch gekauften Hemd. Und barfuß in Sandalen.

Diese in wenigen Tagen wieder tragen zu können, einen ganzen Sommer lang: Darauf freue ich mich nun am meisten.

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