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"Ocean Nova": Kreuzfahrtschiff in der Antarktis evakuiert

Reise mit Aufregungen: Das in der Antarktis havarierte Kreuzfahrtschiff "Ocean Nova" ist evakuiert worden. Die Passagiere sind auf ein anderes Boot des Veranstalters umgestiegen. Das Manöver war nicht ungefährlich, denn die Gäste mussten auf Schlauchbooten das eiskalte Wasser überqueren.

Alle 65 Passagiere des in der Antarktis auf Grund gelaufenen Kreuzfahrtschiffes "Ocean Nova" mussten am Mittwoch an Bord eines anderen Urlauberschiffes gebracht werden. Zuvor seien alle Versuche gescheitert, den seit Dienstag festsitzenden 73 Meter langen Havaristen frei zu bekommen, teilte die argentinische Marine mit.

Die Urlauber - darunter auch sechs Deutsche - seien bei aufgewühlter See und stürmischem Wind von dem zu Hilfe geeilten Kreuzfahrtschiff "Clipper Adventurer" übernommen worden. Alle blieben unverletzt. Das helfende Schiff wird ebenso wie der Havarist von dem US-Reiseunternehmen Quark Expeditions betrieben.

An Bord der "Ocean Nova" unter der Flagge der Bahamas befanden sich nun noch 41 Besatzungsmitglieder unter dem Kommando des dänischen Kapitäns Per Gravesen. Die "Clipper Adventurer" nahm Kurs auf die argentinische Stadt Usuhaia auf Feuerland, wo die Geretteten an Land gebracht werden sollten. Die Übersetzung der Passagiere in Schlauchbooten zur "Clipper Adventurer" war nicht ganz ungefährlich. Die Lufttemperatur lagen um die null Grad und auch das Wasser war nicht viel wärmer. Geht ein Mensch bei diesen Temperaturen über Bord, überlebt er nur kurze Zeit. Zudem treibt Packeis im Wasser, das für den Rumpf eines Schiffes gefährlich werden kann. Trotzdem buchten dieses Jahr schon 14.000 Touristen die nicht billigen Kreuzfahrten rund um das ewige Eis.

Taucher von dem ebenfalls zu dem Havaristen geeilten spanischen Forschungsschiff "Hespérides" hätten bei einer ersten Inspektion des Rumpfes des Havaristen keine Schäden feststellen können, teilte Quark Expeditions mit. Weder sei Wasser in das Schiff eingedrungen noch Treibstoff ausgelaufen, hieß es. In der Nacht zum Donnerstag sollte ein weiterer Versuch unternommen werden, das Schiff bei Hochwasser wieder flott zu bekommen. Dunkel wird es in der Antarktis wegen des Sommers auf der Südhalbkugel zurzeit nicht. Eine Gefahr für die insgesamt 106 Menschen an Bord habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, versicherte der Präsident von Quark Expeditions, Patrick Shaw.

DPA / DPA
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