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Deutsche "Best Job"-Kandidatin: "Ich war nah dran"

35.000 Bewerber - und ein Brite trug den Sieg davon. Ben Southall hat den angeblich "besten Job der Welt" ergattert. stern.de sprach mit der deutschen Kandidatin Mirjam Novak, die knapp am gut bezahlten Inselleben im australischen Queensland vorbeischrammte.

Als "bester Job in der Welt" wurde er angepriesen. Die weltweit begehrteste Stellenausschreibung war es definitiv. Die Tourismusbehörde Queensland suchte einen Inselwart. Sechs Monate soll der auf Hamilton Island im Great Barrier Reef leben, erhält 75.000 Euro, wohnt in einer Villa. Seine primäre Aufgabe: Werbung für den australischen Bundesstaat machen. 35.000 Video-Bewerbungen aus 200 Ländern erreichten das Fremdenverkehrsamt. 16 Kandidaten lebten in den vergangenen Tagen in der Inselwelt, mussten ihre Ranger-Fähigkeiten unter Beweis stellen. Der Brite Ben Southall (34) gefiel den Australiern am besten. Die deutsche Kandidatin Mirjam Novak (28) aus Erlangen muss zurück nach Deutschland reisen und sich mit dem zweitbesten Job begnügen.

Zurück ins regnerische Deutschland, statt sechs Monate Luxusleben im Great Barrier Reef. Sind Sie enttäuscht?

Tja, es hat nicht sein sollen.

Haben Sie sich denn Chancen ausgerechnet?

Ich habe es nicht zu hoffen gewagt. Aber ich war wohl nah dran. Mir wurde gesagt, dass sich die Jury die Entscheidung nicht leicht gemacht hat.

Hat mit dem 34-jährigen Ben Southall denn ein würdiger Kandidat gewonnen?

Definitiv. Er war ein super Kandidat und wird bestimmt auch ein super Ranger sein.

Was hat er, was Sie nicht haben?

Wir sind zwei ganz unterschiedliche Typen. Er ist ein paar Jahre älter als ich, hat daher mehr Erfahrung, hat als Eventmanager gearbeitet. Ben ist super sportlich, läuft Marathon in Afrika und solche Dinge. Er stand uns allen immer mit Rat und Tat zur Seite, ist aufgeweckt und hat sich von allen anderen abgehoben. Er war einfach sehr überzeugend.

Das klingt, als hätten Sie ihn selbst gewählt.

Ich gönne es ihm einfach. Wir alle gönnen es ihm. Er passt einfach perfekt zu Queensland und die Art, wie sich der Bundesstaat präsentieren will.

Gab es keinen Konkurrenzkampf? Es ging immerhin um den vermeintlich besten Job der Welt und viel Geld.

Nach der Entscheidung sind Tränen geflossen. Aber nicht, weil einige traurig waren, nicht gewonnen zu haben, sondern weil wir uns jetzt wieder verabschieden müssen. Es war richtig klasse! Wir haben uns alle super verstanden. Es gab keinen Zickenkrieg oder dergleichen, wie man es aus Casting-Shows kennt.

Welche Aufgaben waren für Sie schwierig?

Die Aufgaben an sich - schwimmen, schnorcheln, einen Blog schreiben - das war nicht schwierig. Einzig beim Einzelinterview hatten die Muttersprachler natürlich Vorteile. Aber daran lag es bei mir nicht.

Nachdem Sie Queensland gesehen haben - hätten Sie sich vorstellen können, dort zu leben?

Für sechs Monate auf jeden Fall. Die Menschen sind unheimlich nett und freundlich. Die Natur ist unbeschreiblich schön. Es ist Herbst und dennoch 25 bis 27 Grad warm. Auf Dauer eher nicht, denn meine Leidenschaft gehört der Schauspielerei.

Bleiben Sie noch dort?

Alle, die nicht gewonnen haben, keine sechs Monate am Great Barrier Reef verbringen werden und nicht 75.000 Euro bekommen, dürfen eine Woche in Australien reisen. Ich werde mit dem australischen Kandidaten James ins Outback fahren. Meer und weißen Strand habe ich ja nun gesehen. Jetzt geht es zu den roten Felsen. Anschließend werde ich noch bis Ende Mai in Australien unterwegs sein.

Was ist die Alternative zum "besten Job in der Welt"?

Die Schauspielerei, dabei bleibe ich. Mein Australien-Abenteuer könnte durchaus förderlich sein. Ich hatte in den vergangenen Wochen mehr Anfragen und Kontakte zu Castingagenten.

Interview: Swantje Dake

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