Golfstaaten Reisen für Reiche


Für Menschen mit zu schwerem Geldbeutel haben sich die arabischen Golfstaaten etwas ganz besonderes ausgedacht. Künstlich angelegte Luxus-Inseln sind die neueste Attraktion für die Reichen der Reichen.

Der Erfolg der künstlichen Luxus-Inseln von Dubai, die durch cleveres Marketing inzwischen Reiche aus aller Welt anziehen, hat in den arabischen Golfstaaten einen Dominoeffekt ausgelöst. Am Montag begann in Bahrains Hauptstadt Manama der Verkauf von 2000 Villen auf einer neuen künstlichen Inselgruppe, die sich "Durrat al Bahrain" - Juwel von Bahrain - nennt. Anders als bei den Projekten in Dubai, wo die Inseln aus der Luft betrachtet jeweils ein klares Gesamtbild in Form einer Palme oder Weltkarte ergeben, setzt sich das Juwel von Bahrain aus 13 Inseln zusammen, die zum Teil die Form von Fischen haben, zum Teil aber auch eher wie Hufeisen geformt sind. Alle Inseln können über Brücken erreicht werden, so dass niemand mit dem Boot zu seinem Haus fahren muss.

Eine künstliche Inselgruppe für 30.000 Menschen

Wie die Immobilienfirma Durrat Chalidsch al Bahrain in Manama berichtete, soll der Verkauf der 3000 Wohnungen, die ebenfalls auf den Inseln entstehen sollen, erst später beginnen. An dem 1,2-Milliarden-Dollar-Projekt, das eine Fläche von 20 Quadratkilometern umfasst, sind der Staat Bahrain und das Kuwait Finance House (KFH) beteiligt. Auf den Inseln sollen in Villen und Mehrfamilienhäusern eines Tages insgesamt 30.000 Menschen wohnen. Die Fertigstellung des bislang größten Immobilienprojekts des Königreiches, zu dem auch Einkaufszentren, Sportplätze, Schulen und Moscheen und ein großer Golfplatz gehören, ist für Ende 2009 angekündigt.

Während sich die auf die Landgewinnung spezialisierten Firmen über volle Auftragsbücher am Golf freuen, warnen Umweltexperten jedoch vor einer Veränderung der Küstenlandschaften durch immer mehr künstliche Inseln. An den Stränden, vor denen die neuen Inseln gebaut werden, wird außerdem verstärkt Sand angeschwemmt.

Hausbesitzer müssen kräftig in die Tasche greifen

Neu im Wettbewerb um das spektakulärste Inselprojekt ist der Golfstaat Katar, der durch seine Öl- und Gasvorkommen das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Region hat. Im vergangenen April begann vor der Küste nahe der Hauptstadt Doha die Landgewinnung für die Inselgruppe "Die Perle Katars". Die Inseln, die insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar kosten sollen, haben jedoch nicht etwa die Form einer Perle, sondern entstehen an einem Ort, an dem die Einheimischen früher nach Perlen gefischt haben. Wer hier investieren will, muss schon heute eine Anzahlung in Höhe von 20 Prozent des Kaufpreises leisten, auch wenn außer Sandbänken bislang nichts zu sehen ist.Eines haben die Insel-Projekte der Golfaraber alle gemeinsam:Preiswerten Wohnraum bieten sie nicht an. Im Gegenteil: Für den atemberaubenden Seeblick müssen die Hausbesitzer kräftig in die Tasche greifen. Auf den Palmen-Inseln in Dubai ist beispielsweise kein Haus für weniger als 500.000 Euro zu haben.

Anne-Beatrice Clasmann/DPA DPA

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