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Hai-Alarm vor Mallorca Der Hai ist tot, die Gefahr gebannt - doch diese Fragen bleiben offen


Ein Wochenende lang hat ein Blauhai Mallorca in Atem gehalten. Jetzt ist der Raubfisch gefasst und eingeschläfert, die Gefahr gebannt. Einige Fragen aber bleiben weiter offen - hier die Antworten.

Am Sonntagnachmittag war der Spuk vorbei: Die spanische Küstenwache fing vor der Westküste von Mallorca einen knapp anderthalb Meter langen Blauhai ein. Das Tier wurde eingeschläfert. Rund eineinhalb Tage lang hatte der Raubfisch für Hai-Alarm an den Küsten von Deutschlands beliebtester Mittelmeerinsel und für Angst unter den Badegästen gesorgt.

Zum ersten Mal war das Tier am Samstagmittag gesichtet worden: an einem Strand südwestlich von Palma, in unmittelbarer Nähe zur Küste. Menschen flüchteten aus dem Wasser, Amateuraufnahmen zeigten, wie der Hai am belebten Strandabschnitt nahe Illetes im seichten Wasser umherschwamm. Wenige Stunden später, am Sonntagmorgen gegen 9 Uhr, tauchte der Raubfisch wieder auf. Dieses Mal am benachbarten Strand von Cala Major. Die Rettungsschwimmer riefen die Badegäste aus dem Wasser, der Strand wurde stundenlang gesperrt. Bei seinem dritten Auftritt, am Sonntagnachmittag am Strand von Can Pastilla, knapp zehn Kilometer von der Hauptstadt Palma entfernt, wurde der Blauhai eingefangen und eingeschläfert. Doch auch nachdem der Raubfisch gefasst und der Schrecken gebannt ist, bleiben einige offene Fragen.

Wie häufig erreichen Haie die Küste von Mallorca?

Im Mittelmeer leben laut Bericht der "Süddeutschen Zeitung" etwa 50 verschiedene Haiarten. Bei dem Raubfisch, der vor Mallorca gefangen wurde, handelt es sich um einen sogenannten Blauhai. Blauhaie kommen laut "Mallorca Zeitung" durchaus häufig im Mittelmeer vor, leben aber normalerweise in der Hohen See und in einer Tiefe von 350 Metern, also fern vom Küstenmeer. In die Nähe der Ufer kämen die Tiere nur, wenn sie die Orientierung verloren haben oder verletzt sind. Letzteres dürfte im Falle des "Mallorca-Hais" der Fall gewesen sein: Mehrere lokale und internationale Medien berichteten, der Hai habe eine Verletzung am Kopf aufgewiesen, die wohl von einem Angelhaken oder einer Harpune stammte. Eine Tierärztin des "Palma Aquariums" schläferte das Tier gegen 17 Uhr am Strand von Can Pastilla ein.

Wie groß war die Gefahr, die vom Hai ausging?

Blauhaie sind, berichtet "Die Welt", eine der häufigsten Haiarten, die im Mittelmeer vorkommen. Laut britischen "Guardian" können die Tiere bis zu 3,8 Meter lang werden. Grundsätzlich ernähren sich Blauhaie von anderen Fischen, Berichte über Attacken auf Menschen sind selten. Im Juli 2016 biss vermutlich ein Blauhai einen Schwimmer vor der Costa Blanca im Südosten Spaniens in die Hand. Von 2000 bis 2004 gab es, so berichtet die "Mallorca Zeitung" 15 Blauhai-Attacken. Vier davon endeten tödlich. Insgesamt kam es im vergangenen Jahr zu 81 Haiangriffen weltweit. Vier davon verliefen tödlich.

Ist die Gefahr jetzt endgültig gebannt?

Ein Blauhai wurde eingeschläfert, allerdings gab es Berichte von mehreren Tieren. Tatsächlich deutete vieles zunächst auf mehrere Haie vor Mallorca hin, da Augenzeugen unterschiedliche Größenangaben gemacht hatten. So sollte der Hai, der schon am Samstag in unmittelbarer Küstennähe südwestlich von Palma gesehen wurde, rund zwei bis zweieinhalb Meter lang gewesen sein. Das Tier, das am Sonntag gefangen wurde, wies allerdings "nur" eine Länge von knapp eineinhalb Metern auf. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt deshalb, noch sei unklar, ob sich weitere Blauhaie in der Nähe des Strandes aufhalten. Das lokale "Mallorca Magazin" hingegen berichtet, Experten gingen davon aus, dass es sich bei den drei Hai-Sichtungen um dasselbe Tier gehandelt hatte.

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pg

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