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Oktoberfest: Bald is' o'zapft

Alle Jahre wieder: München ist bereits vier Wochen vor Start des Oktoberfestes im Wiesn-Rausch. Schlechte Nachricht für Besucher: Die Maß kostet mit 7,10 Euro so viel wie nie zuvor.

Gerade haben Helfer den Löwen auf sein Podest gehievt. Etwa vier Wochen dauert es noch, bis er sein lang gezogenes "Löööwenbräu" über die Theresienwiese in München brüllt. Die Aufbauarbeiten für das 171. Oktoberfest sind in vollen Gange, überall auf dem Gelände wird gehämmert, gesägt und gebohrt. Vom 18. September bis zum 3. Oktober werden zum größten Volksfest der Welt mindestens sechs Millionen Besucher erwartet. "Der Tourismus hat seit 2001 wieder gewaltig angezogen, die Zeichen stehen auf Zuwachs", prognostiziert Festleiterin Gabriele Weishäupl.Überall werkeln Helfer mit Pinsel, Hammer und Bohrmaschine, Kabel werden kilometerweise verlegt, Sattelschlepper karren immer neue Bauteile heran. "Wir sind sehr gut in der Zeit - das Wetter spielt mit", sagt der Bauleiter einer Zeltbaufirma, Klaus Bissinger. "Jetzt hoffen wir nur, dass es zur Wiesn so schön bleibt."

Maß kostet 7,10 Euro

In den beiden Festwochen werden bis zu 12.000 Kellnerinnen, Budenbetreiber, Köche und andere Bedienstete im Einsatz sein. Voraussichtlich sechs Millionen Maß Bier werden durch durstige Kehlen rinnen. Dabei müssen die Besucher deutlich tiefer in die Tasche greifen, die Maß ist mit bis zu 7,10 Euro so teuer wie noch nie. Im vergangenen Jahr lag der Höchstpreis bei 6,80 Euro. Alkohol- Mixgetränke, so genannte Alcopops, sind erstmals verboten. "Wir sind dieser Empfehlung des Jugendamts gerne gefolgt, denn Alcopops sind Kinderdrogen, und die wollen wir nicht auf dem Oktoberfest", sagt Weishäupl.

Bargeldlos bezahlen mit der "Wiesn Card"

Erstmals können Besucher mit einer "Wiesn Card" bargeldlos bezahlen. Die Karte gibt es mit einem Guthaben von 30, 40 oder 50 Euro, ihre Besitzer erhalten zusätzlich einen Rabatt von zehn Prozent. Um Missbrauch durch Kinder zu vermeiden, kann man mit der "Wiesn Card" aber weder alkoholische Getränke noch Tabakwaren kaufen. In neuem Glanz präsentiert sich das Gebäude für Festleitung, Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Fundbüro. Anstelle von mehr als 100 hässlichen Containern ziehen die Wiesn-Helfer in ein festes Servicezentrum um.Etwas für Mutige ist das brandneue High-Tech-Fahrgeschäft "Cyber Space". Jeweils vier Personen pendeln Rücken an Rücken 50 Meter hoch über den Dächern Münchens und schwingen in Loopings bei Tempo 90 durch die Lüfte. Zu eher nostalgischen Genüssen laden die Krinoline und Schiffschaukeln.

2004 nur "kleine Wiesn"

Insgesamt sind für die Wiesn heuer "nur" gut 590 Marktkaufleute, Schausteller und Gastronomiebetriebe zugelassen, etwa 60 weniger als im Vorjahr, und das Areal ist lediglich 26 statt 31 Hektar groß. In diesem Jahr gibt es nur eine "Kleine Wiesn", weil sich die Veranstalter die Theresienwiese mit dem Zentral-Bayerischen Landwirtschaftsfest teilen müssen. Dort zeigen alle vier Jahre während der ersten Wiesn-Woche die Bauern "Landwirtschaft live" mit Tieren, Landmaschinen und Nahrungsmitteln.Ein Hauch von Wiesn-Stimmung herrscht schon jetzt in den Kantinen für die Aufbaukräfte. Neben Bauarbeitern locken die Biertische dort auch Neugierige und Hungrige aus der Umgebung an. "Es ist schon ein bisschen Wiesn-Feeling", sagt der 26-jährige Miro, der in der strahlenden Sonne sein erstes Wiesn-Bier trinkt. Allerdings wurde dieses Jahr die Zahl der Kantinen reduziert, um dem "Kantinentourismus" entgegenzutreten. Denn bis zum Beginn der Wiesn gilt die Theresienwiese als Baustelle, deren Betreten Unbefugten offiziell verboten ist.

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