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Anstehende Feiertage Verbot für Tagestouristen? Sylt will "kein zweites Ischgl werden"

Noch sind die Strände auf Sylt, wie hier in Westerland, relativ leer. Das könnte sich bald wieder ändern.
Noch sind die Strände auf Sylt, wie hier in Westerland, relativ leer. Das könnte sich bald wieder ändern.
© Carsten Rehder / DPA
Vatertag und Pfingsten stehen an und die Reisebeschränkungen sollen zunehmend gelockert werden. Da fürchtet manch ein Tourismus-Hotspot im Norden einen Ansturm. Sylter wollen mit einem Verbot dagegen vorgehen.

Zum 18. Mai wird Schleswig-Holstein wieder offener für Tourismus. Da öffnet auch der Deutschen liebste Insel Sylt wieder ihre Pforten für Besucher – allerdings wohl zunächst nicht für alle. Zumindest fordern Sylter Gemeinden, Unternehmer und Sylt Marketing in einem gemeinsamen Schreiben an Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (CDU), dass zunächst keine Tagestouristen auf die Insel dürfen sollen. Kommen dürfe demnach nur, wer auch übernachtet. Für alle anderen solle das Betretungsverbot der Inseln – die Sylter wollen demnach auch für Föhr und Amrum sprechen – noch bis mindestens Anfang Juni oder sogar noch länger ausgeweitet werden, so die Forderung.

Gerade die anstehenden Feiertage Himmelfahrt (Vatertag) und Pfingsten machen den Unterzeichnern des Briefes sorgen. Dort kämen üblicherweise größere Gruppen, "die ihren Tagesausflug auf die Insel mit einem erhöhten Konsum von alkoholischen Getränken verbinden und insofern schwerer zu lenken sein werden", heißt es in dem Brief. Abstandsregeln seien dann kaum einzuhalten, Infektionsschutz könne daher nicht gewährleistet werden. "Wir können ja gar nicht abschätzen, wie viele Menschen sich morgens in den Zug setzen, um Spaß auf der Insel zu haben. Wir wollen kein zweites Ischgl werden", wird Karl-Max Hellner, Vorsitzender der Sylter Unternehmen, vom NDR zitiert.

Der österreichische Skiort Ischgl gilt als Corona-Hotspot. Sehr viele Urlauber infizierten sich Anfang März eben dort und brachten die Krankheit dann zurück in ihre Heimat.

Wie soll Tourismus eingeschränkt werden?

Aber wie wollen die Sylter das Verbot für Tagestouristen in der Praxis umsetzen? In dem Schreiben fordern die Sylter laut NDR massive Kontrollen sowie, dass Sprinterzüge für Ausflügler gestrichen werden und Angebote wie das Schleswig-Holstein-Ticket für Sylt vorübergehend entfallen sollen.

Der angeschriebene Landrat Lorenzen sagte gegenüber dem NDR, er wolle die einzelnen Regionen mit ins Boot holen. Dafür habe er mehrere Bürgermeister angeschrieben, wie sie dazu denken würden, und warte nun auf Antworten. 

"In der Lübecker Bucht soll niemand ausgegrenzt werden", sagte Ostholsteins Landrat Reinhard Sager bereits zum NDR. Die Bürgermeister von Scharbeutz und dem Timmendorfer Strand sprachen sich demnach für zusätzliche Kontrollen am Strand und eine Einführung von Höchstparkdauern auf den Parkplätzen aus, um Touristen abzuschrecken.

Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdieck brachte gegenüber dem NDR eine Maskenpflicht in der Fußgängerzone ins Spiel. Außerdem könnte man überlegen, ob nur Menschen, die sich einen Strandkorb mieten, sich an den Strand legen dürfen, hieß es.

Entschieden ist davon bislang noch nichts. Stand jetzt treten am Montag die Lockerungen in Kraft.

Quellen: NDR / DPA

fin

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