Hamburger SV Das Ziel heißt Achtelfinale


In Hamburg sind die Erwartungen hoch: Der HSV will an ruhmreichere Zeiten anknüpfen. Mit der Qualifikation für die europäische Königsklasse ist ein erster Schritt getan.

Vor sechs Jahren qualifizierte sich der HSV das erste Mal für die Champions League und lieferte spektakuläre Spiele ab. Gegen Juventus Turin kam es zu Hause unter dem damaligen Trainer Frank Pagelsdorf zum so genannten "Jahrhundertspiel". Endstand 4:4. Im Rückspiel streckte Zinedine Zidane den bissigen Manndecker Jochen Kientz mit einem Kopfstoß nieder.

Aber das ist Geschichte. Nachdem der HSV sich in der Qualifikation gegen Osasuna Pamplona durchsetzen konnte, trifft er in der Gruppe G auf Arsenal London, FC Porto und ZSKA Moskau. HSV-Trainer Thomas Doll, der ganz maßgeblich für die Renaissance des Bundesliga-Dinos verantwortlich ist, gibt sich selbstbewusst: "Wir können den großen Mannschaften Probleme bereiten. Wir haben das Ziel, uns für das Achtelfinale zu qualifizieren." Auch wenn die Hamburger kein Favorit auf den Gruppensieg sind, sollten sie mit ihrem gut besetzten Kader in Lage sein, das gesteckte Ziel zu erreichen.

Wirtschaftlich ist der HSV mit der Champions League-Teilnahme bereits in neue Dimensionen vorgestoßen. Der Club hat laut Präsident Hoffmann einen Rekordetat erreicht: "Wir planen mit 120 Millionen Euro. Das ist ein riesiger Sprung. In der abgelaufenen Saison lagen wir bei zirka 100 Millionen Euro." Die Mannschaft erhält für die Qualifikation insgesamt anderthalb Millionen Euro Prämie. Das ist ein finanzieller Vertrauensvorschuss der Extraklasse. Die Erwartungen sind hoch in der Stadt an der Elbe.

Mit dem Belgier Vincent Kompany und dem Niederländer Joris Mathijsen haben die Rothosen eine Innenverteidigung von internationaler Klasse, die die Abgänge von van Buyten (zu Bayern München) und Boulahrouz (zu Chelsea) gleichwertig ersetzen kann. In letzter Minute gelang den Hanseaten sogar noch ein spektakulärer Coup: der Argentinier Juan Pablo Sorin ist ein internationaler Star, der der Bundesliga gut tut und das Spiel des HSV bereichern dürfte, auch wenn die Formkurve des 30-Jährigen zuletzt eher nach unten zeigte. Im Mittelfeld zieht Rafael van der Vaart die Fäden - ein Ausnahmekönner, von dem viel beim HSV abhängt. Und das ist aktuell das größte Problem: der junge Holländer fällt für die nächsten Wochen verletzt aus und wird dem Team in den ersten Spielen fehlen. Im Sturm wurden Sanogo, Guerrero und Danijel Ljuboja verpflichtet. Das sind junge Spieler, die ihre Klasse erst beweisen müssen.

Der Sturm ist bislang das Sorgenkind der Hamburger. Außer Sanogo, der bereits traf, sind bisher weder Guerrero noch Dauertalent Lauth erfolgreich gewesen. Der Bundesliga-Start misslang. Gegen Bielefeld, Cottbus und Berlin kam der HSV nicht über ein Unentschieden hinaus. Das ist für einen Club zu wenig, der sich hohe Ziele gesteckt hat. Die Mannschaft muss sich noch finden. Sie musste zu viele Ab- und Zugänge in letzter Minute verkraften, ist von Verletzungssorgen geplagt und das Teamgefüge stimmt noch nicht.

tis

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