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Extremsport Zugspitz-Lauf: Schnee sperrt den Gipfelweg

Nach dem tödlichen Drama beim Zugspitzlauf im vergangenen Jahr haben die Veranstalter die Route beim diesjährigen Wettbewerb in letzter Minute geändert. Wegen neuer Schneefälle führte der Extrem-Berglauf am Sonntag nicht wie geplant auf die Zugspitze, sondern auf die Grubigalm bei Lermoos in Tirol.

Offenbar wollten die Veranstalter des traditionellen Zugspitz-Laufs dieses Mal nichts riskieren: Nach dem tödlichen Drama beim Zugspitzlauf im vergangenen Jahr wurde die Route in letzter Minute geändert. Weil es in der Nacht zu starken Schneefällen gekommen war, führte der Extrem-Berglauf am Sonntag nicht wie geplant auf die 2962 Meter hohe Zugspitze, sondern über eine Alternativroute auf die 1714 Meter hohe Grubigalm bei Lermoos in Tirol. "Die Wetterlage ist nicht das Problem, die ist stabil. Aber es hat so stark geschneit, dass die Gipfelwege unpassierbar sind", sagte ein Sprecher.

Enttäuschung bei Teilnehmern

Auf dem Zugspitzgipfel liege der Schnee bis zu 60 Zentimeter hoch, zudem sei es dort um minus vier Grad kalt. Viele Teilnehmer reagierten enttäuscht. Bis zum Morgen hatten sich 400 Bergläufer für den Zugspitzlauf angemeldet. Durch die Änderung der Route müssen sie statt der ursprünglich vorgesehenen 2235 Höhenmeter auf einer Gesamtstrecke von 13,6 Kilometern nur 762 Höhenmeter überwinden. Aus logistischen Gründen verzögerte sich der Start um eineinhalb Stunden.

Ob alle auch auf die kürzere Strecke gestartet sind, war noch ungewiss. "Wir sind da, um auf die Zugspitze zu laufen und nicht auf irgendeine Alm", zeigte sich Tom Wolter-Roessler aus Ulm enttäuscht. Zusammen mit seiner Begleiterin Sarah Hreczkun (26) aus Tuttlingen wollte er nun möglicherweise trotzdem hochlaufen - auf eigene Gefahr. Der 31-Jährige war schon einmal beim Zugspitzlauf dabei und weiß, was ihn auf der Strecke erwartet. "Wenn der Schnee oben zu viel wird, können wir ja immer noch umdrehen."

Viele Läufer gut vorbereitet

Vor einem Jahr waren beim Zugspitzlauf nach einem Wettersturz zwei Teilnehmer an Erschöpfung und Unterkühlung gestorben. Trotz schlechter Wettervorhersage waren viele der rund 600 Läufer nur leicht bekleidet zu dem Lauf aufgebrochen. In diesem Jahr schienen die Teilnehmer besser vorbereitet zu sein. Viele waren mit langen Hosen und Jacke zum Start erschienen und hatten einen Rucksack dabei, in dem Handschuhe und Mütze verstaut waren.

DPA

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