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Schwerverletzter Radprofi Nach Horrosturz bei Polen-Rundfahrt: Staatsanwaltschaft ermittelt

Der schwerverletzte Radprofi Fabio Jakobsen ist auf dem Bikd nicht zu sehen.
Der schwerverletzte Radprofi Fabio Jakobsen ist auf dem Bild nicht zu sehen. Er liegt weiter hinten in den Trümmern der Absperrgitter, in die er gekracht ist.
© Szymon Gruchalski
Der schwer gestürzte Radprofi Fabio Jakobsen soll in diesen Tagen aus dem künstlichen Koma geholt werden. Ob er je wieder Rennen fahren wird, ist offen. Mittlerweile nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen zur Unfallursache auf.

Nach dem schweren Sturz des niederländischen Radprofis Fabio Jakobsen bei der ersten Etappe der Polen-Rundfahrt hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Die Behörde will herausfinden, ob jemand Schuld an der Verletzung Jakobsens und eines Mitarbeiters trägt, oder ob sie Folge eines Unglücks waren.

"Wir haben bislang drei Zeugen gehört, darunter auch einen Vertreter der Organisatoren des Rennens", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Kattowitz am Donnerstagabend laut Nachrichtenagentur PAP. Weitere Zeugen sollten gehört werden, auch wolle die Staatsanwaltschaft das Beweismaterial analysieren. Zuvor hatte die Polizei Material sichergestellt, darunter auch die Fahrräder der Radprofis und Videoaufnahmen vom Unfallhergang.

Mit hoher Geschwindigkeit in die Absperrgitter gekracht

Der langjährige Radprofi Jens Voigt forderte unterdessen eine harte Strafe für Dylan Groenewegen, der Jakobsen von der Strecke gedrängt hatte: "Ich denke da schon an drei bis sechs Monate. Es müsste etwas sein, was weh tut und auch an alle anderen Profis das Signal sendet: Hier wurde eine rote Linie überschritten, das akzeptieren wir nicht mehr", sagte Voigt bei Sport1.

Man könne nicht mit dem Leben, der Karriere oder Gesundheit eines Kollegen spielen, sagte der 48-Jährige. "Wenn die Linie so offensichtlich verlassen wurde, Leib und Leben willentlich riskiert wurden, muss es eben auch härtere Strafen geben."

Jakobsen war am Mittwoch im Zielsprint der ersten Etappe bei hoher Geschwindigkeit direkt in die Absperrgitter gekracht und regungslos liegengeblieben. Jakobsen überstand eine fünfstündige Operation und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Sein Zustand war am Donnerstag stabil, die Ärzte wollen ihn im Laufe des Freitags aus dem künstlichen Koma holen.

tis DPA

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