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US Sport: Die Highlights der MLB-Saison 2011

Die Baseball-Saison 2011 hatte eine Vielzahl an Highlights zu bieten. Vom historischen Einbruch der Boston Red Sox und Atlanta Braves bis zur unvergessenen World Series zwischen den St. Louis Cardinals und den Texas Rangers - wir blicken zurück.

Nach einer Baseball-Saison, die sich am besten mit dem Wort "episch" umschreiben lässt, ist es für uns Zeit, Bilanz zu ziehen und Ihnen die Highlights des Jahres 2011 zu präsentieren.

Epische World Series

Die Endspiel-Serie zwischen den St. Louis Cardinals und den Texas Rangers an deren Ende der elfte Triumph der Cardinals in der World Series stand, wird in die Geschichtsbücher eingehen und das vor allem dank des sechsten Spiels zwischen den beiden Teams.

Mit einem Sieg in der sechsten Partie hätten die Rangers erstmals die World Series für sich entschieden. Im Spiel standen sie zweimal kurz davor und waren einmal sogar nur einen Strike davon entfernt, doch die Cardinals schafften es beide Male, einen Zwei-Punkte-Rückstand aufzuholen und das Spiel im elften Inning 10:9 für sich zu entscheiden.

Epischer Albert Pujols

Nach einer Saison, die für die Verhältnisse von Albert Pujols eine zum Vergessen war ("nur" .299 Batting Average mit 37 Homeruns und 99 RBIs), zeigte der Slugger in der World Series, dass er einer der größten Spieler der Baseball-Geschichte ist.

Im dritten Spiel gegen die Texas Rangers schlug er drei Homeruns - und war damit erst der dritte Spieler der MLB-Geschichte, dem dies gelang, nach Babe Ruth 1926 und 1928 sowie Reggie Jackson 1977. Pujols beendete das Spiel mit 5 Hits, vier Runs, 6 RBIs und eben 3 Homeruns und stellte damit die bestehen Rekorde für Homeruns, RBIs und Hits ein.

Kein Wunder, dass Pujols, der nach dieser Saison Free Agent wurde, mit seinem neuen Vertrag vielleicht sogar zum bestbezahlten Baseball-Spieler aller Zeiten werden wird. Wer war gleich nochmal Alex Rodriguez?

Epischer Einbruch

Was die Boston Red Sox und die Atlanta Braves am Ende dieser Saison erlebt haben, hatte die Baseball-Welt zuvor noch nicht gesehen. Beide Teams hatten Anfang September noch wie sichere Playoff-Kandidaten ausgesehen und bereits begonnen dafür zu planen, wurden aber letztlich beide Opfer eines katastrophalen Monats.

Die Braves waren mit einer Bilanz von 80:55 in den September gegangen und 8 1/2 Spielen Vorsprung im Wildcard-Rennen auf die St. Louis Cardinals. Die Red Sox lagen nach dem Sieg über die Texas Rangers am 3. September sogar neun Spiele vor den Tampa Bay Rays und nur ein halbes Spiel hinter den New York Yankees an der Spitze der American League East.

Aber die Braves (9:16 im September) und die Red Sox (5:16 seit dem Sieg über die Rangers), erlebten Einbrüche, die in die Annalen der MLB eingegangen sind. Vor allem die Cardinals dürften sich über das Last Minute-Geschenk der Braves gefreut haben. Zogen sie doch mit der Wildcard in die Playoffs ein und gewannen am Ende die World Series.

Epische Gehaltsliste

Sagenhafte 202.689.028 US Dollar zahlten die New York Yankees in dieser Saison ihren Spielern an Gehalt. Zum Vergleich die drei anderen Teams, die in der American League in die Playoffs kamen: Detroit Tigers 105.700.231, Texas Rangers 92.299.264 und Tampa Bay Rays 41.053.571. Die Yankees könnten also knapp fünfmal das Team der Rays bezahlen, die immerhin genauso weit kamen wie sie - nämlich in die erste Playoff-Runde.

Mit Alex Rodriguez, Derek Jeter, CC Sabathia und Mark Teixeira finden sich vier Yankees-Spieler unter den 40 bestbezahlten Sportlern der Welt wieder, allesamt übrigens vor Dirk Nowitzki, der in dieser Forbes-Liste aus dem Mai 2011 auf dem 45. Platz liegt.

Da es in der MLB nicht wie in den anderen US-Sportarten eine Salary Cap, sondern nur eine Luxus-Steuer zu zahlen gibt, sollte ein Team eine bestimmte Grenze durchstoßen (2011: 178 Mio Dollar), sind die Yankees bereits auf der Jagd nach neuen Stars. Ganz oben auf der Liste steht dabei C.J. Wilson von den Texas Rangers, der begehrteste Starting Pitcher auf dem Free Agent-Markt.

Epische Texas Rangers?

Die Rangers schafften es als erstes American League-Team seit den New York Yankees 2000-2002 in zwei aufeinander folgenden Jahren in die World Series. Jahr für Jahr haben sich die Rangers seit 2007 gesteigert und in Dallas eine Basis geschaffen, die auch in den kommenden Jahren Erfolge verspricht.

2,95 Millionen Zuschauer konnten die Rangers in ihrem Ballpark in Arlington diese Saison begrüßen. Ein Club-Rekord, der im viertgrößten Markt des Landes mit der Football-Konkurrenz Dallas Cowboys und den Basketball-Clubs Mavericks und Longhorns nicht einfach zu erreichen ist.

Das Farm-System der Rangers gilt als eines der besten, wenn nicht als bestes der MLB und so können immer wieder Abgänge großer Stars aufgefangen werden. Das Baseball-Universum verändert sich und so können gut geführte kleinere Clubs den großen etablierten immer wieder Paroli bieten. Dies dürfen wir von Texas auch in den kommenden Jahren erwarten.

Epischer Free Agent-Markt

Mit Albert Pujols, Price Fielder und Jose Reyes sind drei Spieler auf dem Markt, die neue Verträge weit jenseits der 100-Millionen-Grenze einfahren dürften. Shortstop Reyes wird von den San Francisco Giants umworben und könnte dort 114 Millionen in den kommenden sechs Jahren verdienen.

First Baseman Prince Fielder soll ein Target von Chicago Cubs GM Theo Epstein sein. Dem Slugger wird ein Siebenjahres-Vertrag über 175 Millionen US Dollar zugetraut und schließlich Pujols - wer ist bereit an die 220 Millionen über acht Jahre zu zahlen? Vielleicht die Texas Rangers, die die World Serie womöglich wegen ihrer schwachen Defensive auf der ersten Base verloren haben. Mit Pujols hätten die Rangers ein wahrhaft episches Infield.

Henning Schulz

sportal.de / sportal

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