Wegen Disco-Schlägerei Box-Weltmeister Brähmer muss ins Gefängnis


Der Schweriner Box-Weltmeister Jürgen Brähmer muss für ein Jahr und vier Monate in Haft. Das Amtsgericht Schwerin sprach den vorbestraften Halbschwergewichtler wegen Körperverletzung schuldig. Nun droht Brähmer das Karriere-Ende.

Profiboxer Jürgen Brähmer muss für ein Jahr und vier Monate ins Gefängnis. Das Amtsgericht in Schwerin sprach den 31-Jährigen wegen Körperverletzung und Beleidigung schuldig. Das Urteil gegen den vorbestraften Brähmer ist ohne Bewährung. Damit dürfte auch die Box-Karriere des WBO-Weltmeisters im Halbschwergewicht zu Ende sein.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 31-Jährige im September 2008 eine Frau in einer Schweriner Diskothek beschimpft und ihr ins Gesicht geschlagen hat. Zuvor soll er in einer Bar den Betreiber mit Fausthieben verletzt haben. Dies war während einer Bewährungszeit geschehen.

"Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Jürgens Anwälte werden in Berufung gehen. Ich glaube weiterhin an seine Unschuld, wir planen weiterhin mit ihm", sagte der Chef des Hamburger Universum-Boxstalls, Klaus-Peter Kohl, am Dienstagabend.

Erstmals straffällig wurde Brähmer bereits 1998. Wegen gemeinschaftlichen Raubes und Körperverletzung musste er eine dreieinhalbjährige Jugendstrafe verbüßen. Vorzeitig auf Bewährung entlassen geriet er 2002 erneut mit dem Gesetz in Konflikt, als er in Hamburg ohne Führerschein einen Verkehrsunfall verursachte, den Unfallgegner bewusstlos schlug und Fahrerflucht beging. Dafür wurde er 2003 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Erneut konnte er vorzeitig auf Bewährung das Gefängnis verlassen.

Zur Absolvierung eines WBC-Intercontinental-Titelkampfes wurde ihm noch in der Untersuchungshaft für drei Tage Haftverschonung gewährt. Dazu wurde eine Kaution von 125.000 Euro hinterlegt. Nach seiner Entlassung auf Bewährung 2005 kam Ende 2007 eine neue Anklage hinzu, als er einem Mann ins Gesicht schlug, der sich angeblich am Auto des Boxers zu schaffen machte. Brähmer wurde in diesem Fall freigesprochen.

Brähmer hatte erst vor drei Wochen bei seiner ersten Titelverteidigung als WBO-Champion den Russen Dmitri Suchotski nach Punkten besiegt.

DPA/SID/APD DPA

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