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Stirbt der Gräberkult aus? Kein todsicheres Geschäft mehr: Der Friedhof steckt in der Krise

Der Friedhof ist in einer Krise
Jemand bepflanz eine Grabstätte auf einem Friedhof. Dieses Bild droht bald der Vergangenheit anzugehören. 
© Angelika Warmuth / Picture Alliance
Dem Friedhof droht eine Krise. Grabstätten scheinen auszusterben. Der Trend geht zu Alternativen. Was sind die Folgen dieser Entwicklung?

Experten schätzen die Entwicklung auf klassischen, kommunalen Friedhöfen kritisch ein. "Es fällt auf, dass die Leerflächen immer größer werden", sagt Ralf Michal, Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter, in Schweinfurt. "Der Gräberkult, wie man ihn von früher kennt, ist überholt und die Kommunen haben es verschlafen, vernünftige, zeitgemäße Bestattungsformen zu schaffen." Angehörige von Verstorbenen entscheiden sich immer häufiger für Alternativen zur normalen Grabstätte, wie z. B. eine Gemeinschaftsgrabstätte, Waldbestattungen oder eine Seebestattung. Die Folge: "Friedhöfe werden immer defizitärer."

Wird der klassische Friedhof bald zu Grabe getragen?

Der Deutsche Städtetag hat das Problem ebenfalls erkannt. "Auch wenn insgesamt weniger Fläche benötigt wird, müssen die Friedhöfe einschließlich ihrer baulichen Anlagen weiterhin unterhalten werden", beschreibt der Hauptgeschäftsführer des Städtetages, Helmut Dedy, das Problem. "Einige Städte erhöhen deshalb die Gebühren für Urnengräber, um diese stärker an den Erhaltungskosten des Gesamtensembles Friedhof zu beteiligen" - andere erhöhen die Zuschüsse.

deb DPA

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