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"Die Boss" Bergsteigerin über mentale Stärke: "Gehe nicht auf Expedition mit dem Gedanken, dass wir nicht zurückkehren könnten"

gerlinde Kaltenbrunner
Die Extrem-Bergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner ist zu Gast im stern-Podcast "Die Boss"
© Schöffel
Gerlinde Kaltenbrunner ist Extrem-Bergsteigerin und war die erste Frau, die alle Achttausender ohne Sauerstoffhilfe bestieg. Im stern-Podcast "Die Boss" erzählt sie, auf welche Fähigkeiten es am Berg ankommt und berichtet auch von einem Moment der Todesangst.

Gerlinde Kaltenbrunner weiß, was es heißt, Geduld zu haben und Höchstleistungen abrufen zu können. Die Extrem-Bergsteigerin war die erste Frau, die alle 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff bezwang. 17 Jahre hat es vom ersten bis zum letzten Berg gedauert und nicht immer klappte es beim ersten Anlauf. Bei "Die Boss" erzählt sie, auf was es bei den Expeditionen ankommt. "Es ist wichtig, dass man die Konzentration über viele Stunden aufrechterhalten kann. Man darf sich da oben keine Fehler erlauben, sonst würde das dramatische Folgen haben", sagt sie im Gespräch mit Gastgeberin Simone Menne.

 Neben körperlicher und mentaler Fitness spiele auch das Team eine große Rolle. "Mindestens genauso wichtig ist das Zwischenmenschliche, dass wir wirklich gut miteinander reden können, im Dialog sind, uns zuhören, einen respektvollen, achtsamen Umgang untereinander pflegen. Das ist existenziell auf Expedition. Da kann man noch so fit sein, wenn das nicht stimmt, dann bricht das Team auseinander und dann können wir nachhause gehen", sagt die Österreicherin.

"Ich habe es überlebt, bin also letztendlich auch nicht gescheitert"

 Kaltenbrunner erinnert sich auch an einen Moment der Todesangst, als sie 2007 in Nepal von einer Lawine verschüttet wurde. "Ich war da einbetoniert. Ich habe mit dem Arm an meinem Sitzgurt mein Messer erwischt, mit dem habe ich einen Schlitz machen können, direkt vor meinem Gesicht in die Zeltplane. Und das war dann eigentlich so der Moment, (…) wo echte Todesangst da war und ich dachte, dass ich jetzt ersticke." Seit diesem Erlebnis habe das Scheitern für sie eine ganz andere Bedeutung bekommen. "Ich habe es überlebt, bin also letztendlich auch nicht gescheitert, aber zwei Spanier haben es nicht überlebt. (...) Ich habe dann so richtig körperlich erfahren und merken können: Das ist echtes Scheitern für mich."

Achttausender besteigt die 51-Jährige heute nicht mehr, die Begeisterung für den Sport und die Liebe zu den Bergen ist ihr aber noch immer anzumerken. Es ist dieses Feuer, das Kaltenbrunner, die auch Vorträge hält, ausmacht: "Es kann nicht viel schief gehen, wenn man sich wirklich für eine Sache begeistert, egal in welchem Bereich. Das ist die Grundvoraussetzung und dann gibt es immer einen Weg", sagt sie.

Warum sie nie mit dem Gedanken an das Risiko in die Berge zieht, was so eine Expedition kostet und ob Frauen in der Szene einen Vorteil haben, das erfahren Sie in dieser Folge von "Die Boss".

In "Die Boss – Macht ist weiblich" sprechen Spitzenfrauen unter sich: Gastgeberin und Multi-Aufsichtsrätin Simone Menne (unter anderem Deutsche Post DHL, Henkel) trifft Chefinnen aus allen Gesellschaftsbereichen, um mit ihnen über ihr Leben und ihre Karriere zu reden. "Die Boss" erscheint vierzehntäglich immer mittwochs auf stern.de sowie auf Audio Now und allen gängigen Podcast-Plattformen. 

"Der letzte Sommer von Lady Di" erzählt von den letzten Wochen im Leben von Prinzessin Diana. Es ist eine turbulente Zeit in ihrem Leben. Sie ist zwar die meist fotografierte Frau der Welt, weiß aber nach der Scheidung von Prinz Charles, dem britischen Thronfolger, nicht so recht, wohin mit sich. Mit einem neuen Mann an ihrer Seite soll sich alles ändern. Aber dann stirbt Diana bei dem schrecklichen Autounfall am 31.08.1997.

Hier reinhören in die erste Folge vom neuen GALA Podcast: 


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