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"Finanztest" kritisiert Fondsanbieter: Viele Beipackzettel taugen nichts

Seit einem Jahr muss die Finanzbranche Chancen und Risiken ihrer Produkte auf drei Seiten verständlich erklären. "Finanztest" hat die Beipackzettel untersucht und kommt zu einem vernichtenden Urteil.

Von Daniel Bakir

Ein Medikament ist das komplexe Produkt jahrelanger Forschung, es gibt teilweise vielfältige Risiken, Neben- und Wechselwirkungen. Dennoch bekommt die Pharmabranche es in den meisten Fällen einigermaßen anständig hin, die wesentlichen Dinge im Beipackzettel zu erklären. Das sollte doch eigentlich auch die Finanzbranche schaffen. Tut sie aber nicht, wie eine Studie der Zeitschrift "Finanztest" zeigt, die die neuen Informationsblätter unter die Lupe genommen hat.

Dass der Beipackzettel für Finanzprodukte auf freiwilliger Basis nicht funktionierte, ist wenig überraschend. Wer ein Produkt verkaufen will, ist nicht unbedingt scharf darauf, dessen Nachteile und Kosten herauszustellen. Seit Juni 2012 gibt es aber ein Gesetz, das Finanzfirmen, die Fonds, Genussrechte oder ähnliche Produkte anbieten, verpflichtet, einen Beipackzettel beizulegen. Im sogenannten Vermögensanlagen-Informationsblatt sollen auf drei Seiten alle Chancen, Risiken und Kosten übersichtlich dargestellt werden. Die Anbieter scheiterten aber teilweise schon an der ersten Hürde: Ein Viertel der Infoblätter war nicht wie vorgeschrieben auf der Internetseite zu finden, heißt es in der Untersuchung.

Inhaltlich sah es nicht viel besser aus: Vor allem die Anbieter geschlossener Immobilienfonds hatten sich offenbar sehr eng an einen Mustertext ihre Branchenverbandes gehalten. "Viele Blätter strotzen daher vor juristischen Allgemeinplätzen, geizen aber mit Details zu den konkreten Angeboten", schreiben die Tester. Der Anbieter IBC Solar Invest etwa nannte in seinem Prospekt noch nicht einmal den Standort der Fotovoltaikanlagen, die Größe und die zu erwartende Stromproduktion. Ein geschlossener Immobilienfonds zur Finanzierung des Seehotels Am Kaiserstrand packte zwar ein nettes Werbebild in den Beipackzettel, schwieg aber über den genauen Standort, die Zahl der Zimmer und die Auslastung. Zu wenige Informationen, um über die geforderte Beteiligung von mindesten 20.000 Euro entscheiden zu können, kritisiert "Finanztest".

Elementare Zahlen fehlen

Auch die wichtigsten Kennziffern - Rendite und Kosten - seien oft nicht so ausgewiesen, dass man sie leicht mit anderen Angeboten vergleichen könnte. Der geschlossene Fonds Internet Stars erwähnte die zentralen Konditionen für ein Darlehen nicht im Infoblatt, sondern nur im ausführlichen Verkaufsprospekt. Andere Anbieter beschrieben die Risiken nicht ausführlich genug - etwa was passiert, wenn sich Märkte anders entwickeln als erwartet. "Es ist alarmierend, dass die gesetzlichen Vorgaben und damit der Verbraucherschutz so wenig ernst genommen werden", sagt Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), der die Studie mit vorstellte. "Wenn bereits die Kurzinformation mangelhaft ist, wird es um die Qualität der angebotenen Produkte kaum besser stehen."

"Finanztest" fordert angesichts der mangelhaften Ergebnisse engere gesetzliche Vorgaben für die Infozettel: So sollten etwa in allen Beipackzetteln die gleiche Renditekennzahl verwendet werden, sodass Kunden die Angebote ähnlich wie beim Effektivzins bei Ratenkrediten vergleichen können. Zudem sollten die Anbieter Negativszenarien expliziter darstellen und erklären, welchen Anlegerkreis sie mit dem Produkt ansprechen wollen.

Der VZBV fordert darüber hinaus, den Hinweis auf einen möglichen Totalverlust an prominenter Stelle vorzuschreiben. Am liebsten wäre den Verbraucherschützern allerdings, wenn geschlossene Fonds und andere nicht in Wertpapieren verbriefte und gehandelte Kapitalanlagen überhaupt nicht an Privatanleger verkauft werden dürfen.

Den kompletten Test gibt es gegen Gebühr auf www.test.de

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(