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Bahn: Zweifel am Börsengang der Bahn im Jahr 2005

Wenige Tage vor Veröffentlichung der Jahresbilanz der Deutschen Bahn AG sind neue Zweifel am Börsengang des Unternehmens im Jahr 2005 geäußert worden. Erneut wurden Korrekturen am Preissystem gefordert.

Wenige Tage vor Veröffentlichung der Jahresbilanz der Deutschen Bahn AG sind neue Zweifel am Börsengang des Unternehmens im Jahr 2005 geäußert worden. "Wenn die Zahlen so bleiben, kann man den Börsengang vergessen", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Albert Schmidt, dem Nachrichtenmagazin "Focus". Politiker forderten erneut Korrekturen des Preissystems. Die Bahn präsentiert am Mittwoch ihre Geschäftszahlen für das vergangene Jahr.

11 Mrd. Euro öffentliche Gelder

"Die Deutsche Bahn AG wird 2005 weder kapitalmarkt- noch privatisierungsfähig sein", wird der FDP-Verkehrsexperte Horst Friedrich im "Focus" zitiert. Ähnlich äußerte sich auch der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dirk Fischer. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete über ein Papier des Verkehrsexperten Gottfried Ilgmann, das den Aufsichtsräten der Bahn AG zugeleitet worden sei. Darin weist Ilgmann den Angaben zufolge unter anderem darauf hin, dass die Bahn auf einen Umsatz von 16 Milliarden Euro komme und zugleich 11 Milliarden Euro aus öffentlichen Kassen erhalte.

Frühbuchertarife taugen bei der Bahn nichts

Kritik am Preissystem, das Mitte Dezember 2002 in Kraft trat, äußerte auch der Wirtschaftskoordinator der grünen Bundestagsfraktion, Fritz Kuhn. Der SPD-Verkehrspolitiker Peter Danckert sagte in Bezug auf die günstigeren Frühbucher-Tarife: "Was für den Luftverkehr gut ist, muss nicht für die Bahn taugen."

Tarifsystem soll kundenfreundlicher werden

Die SPD-Bundestagsfraktion plant nach Informationen der "Bild am Sonntag" einen Vorstoß zur Stärkung der Rechte der Verbraucher. Die Zeitung beruft sich auf ein Eckpunktepapier, in dem auch gefordert wird, das Tarifsystem der Bahn kundenfreundlicher zu gestalten. Stornogebühren für Umbuchungen und reduzierte Preise für Vorausbuchungen solle es künftig nicht mehr geben, hieß es.