Bankgewerbe Stillstand bei Tarifverhandlungen


Die Tarifverhandlungen im Bankgewerbe kommen nicht voran. Am Dienstag ist auch die vierte Runde der Gespräche gescheitert. Die Gewerkschaft Verdi fordert acht Prozent mehr Lohn für die Bankbeschäftigten.

Auch die vierte Tarifrunde im Bankgewerbe ist am Dienstag ohne Ergebnis geblieben. Eine Einigung sei nicht möglich gewesen, erklärten beide Seiten am Abend in Köln. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi soll nun ein Termin für eine fünfte Runde vereinbart werden.

Arbeitgeber-Verhandlungsführer Heinz Laber sagte der Deutschen Presse-Agentur DPA, der entscheidende Punkt seien weder die Gehälter noch der Kündigungsschutz gewesen, sondern das Thema variable, erfolgsbezogene Bezahlung. Verdi habe hier völlig abgeblockt. Eine Verdi-Sprecherin sagte dazu, die Arbeitgeber wollten mindestens ein Monatsgehalt streichen, wenn bestimmte Zielvorgaben nicht eingehalten würden. Das könne sich auf acht Prozent des Jahreseinkommens belaufen und sei inakzeptabel für die Beschäftigten. Die Haltung der Arbeitgeber sei "sehr frostig" gewesen.

"Wir sind aufgrund der Vorbedingungen der Arbeitgeber in einem verschärften Tarifkonflikt, und das bedeutet Fortsetzung der Streiks", sagte Uwe Foullong, der Verhandlungsführer der Arbeitnehmer. Laber warnte die Gewerkschaft vor weiteren Warnstreiks. Angesichts der derzeitigen Banken- und Börsenkrise seien großzügige Gehaltserhöhungen der Öffentlichkeit auch nicht vermittelbar.

Trotz der ergebnislosen Verhandlungen wollten die Arbeitgeber ihren Mitgliedsunternehmen empfehlen, die Tarifgehälter für Mitarbeiter und Auszubildende zum 1. November um 2,5 Prozent zu erhöhen: "Der Tarifstreit mit Verdi soll nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden", sagte Laber. Foullong bezeichnete dies als "Beruhigungspille, die nicht wirken wird". Solche Erhöhungen seien unverbindlich und könnten jederzeit zurückgenommen werden.

Verdi fordert für die 250.000 Beschäftigten des privaten und öffentlichen Bankgewerbes acht Prozent mehr Geld, mindestens aber ein Plus von 260 Euro monatlich. Außerdem sollen betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen und die betriebliche Altersversorgung per Tarifvertrag abgesichert werden. In der dritten Runde Mitte Juli hatten die Arbeitgeber ein erstes Angebot vorgelegt, wonach die Tarifgehälter bis Ende 2010 in drei Stufen um insgesamt sechs Prozent steigen sollen. Verdi bezeichnete dies als völlig unzureichend.

Die vierte Tarifrunde in Köln wurde von Warnstreiks bei Banken in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens begleitet. In der Kölner Innenstadt kamen 1000 bis 1500 Bankbeschäftigte zu einer Kundgebung zusammen.

DPA DPA

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