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Girokonto für jedermann: Zu teuer: Stiftung Warentest kritisiert die hohen Gebühren beim Basiskonto

Das Basiskonto ist das Girokonto für alle - auch ohne festes Einkommen. Zu einem solchen Angebot sind die Banken verpflichtet. Doch die Geldhäuser verlangen von Obdachlosen oder Asylbewerbern, für die diese Konten gedacht sind, saftige Gebühren.

Einkaufsstraße in Frankfurt

Das Basiskonto soll für alle da sein. Aber viele Banken nehmen zu hohe Gebühren, kritisiert die Stiftung Warentest

Das Konto für alle - seit Juni 2016 sind Banken dazu verpflichtet, ein Basiskonto anzubieten. Das bekommen auch Kunden, die nicht über ein geregeltes Einkommen verfügen. So will es der Gesetzgeber. Die Idee dahinter: Auch Menschen, die ohne Gehalt leben müssen - wie Obdachlose, oder auch Sozialhilfeempfänger - sollen die Möglichkeit haben, am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilzunehmen. 

Zwar hat die Politik ziemlich genau festgehalten, was das Konto können muss. So können Kunden Überweisungen tätigen, mit Karte zahlen und Bargeld ein- oder auszahlen lassen. Dabei unterscheidet sich die Art der Kontonummer nicht von üblichen . Doch ausgerechnet bei den Gebühren für diese Konten hat sich der Gesetzgeber zurückgehalten.

Stiftung Warentest prüft Basiskonten

Die hat die Basiskonten von 108 Banken verglichen - und kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Nur zwei Banken bieten diesen Service kostenlos an. Nur drei Banken verlangen im Jahr lediglich einen einstelligen Betrag von den meist finanziell eher schwach gestellten Kunden. Fazit der Warentester: Die Banken sind teuer. 

Kostenlos bekommen Kunden das Basiskonto nur bei der PSD Bank Karlsruhe-Neustadt und bei der Baden-Württemberg. Dort ist auch das Online-Basiskonto gratis - das gilt auch für die Sparda-Bank München. Günstig sind ebenfalls die PSD Bank RheinNeckarSaar und die Sparda-Bank Ostbayern. 

Sparkassen sind überraschend teuer

Trauriger Fakt: Ausgerechnet die Sparkassen, die laut Wikipedia Kreditinstitute "mit der Aufgabe, breiten Bevölkerungsschichten Möglichkeiten zur Geldanlage anzubieten, den Zahlungsverkehr durchzuführen und die örtlichen Kreditbedürfnisse auch der mittelständischen Wirtschaft zu befriedigen" sind, bieten vergleichsweise teure Konten an. Die Sparkasse Leipzig zählt zu den günstigsten. Wer das Konto in der Filiale wählt, zahlt jährlich rund 83 Euro.

Den vollständigen Test mit einer Auflistung aller Banken und Konten im Überblick finden Sie gegen Gebühr unter www.test.de.


kg

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