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Falsche Promiwerbung Betrüger missbrauchen Friedrich Merz für Bitcoin-Abzocke – und der ist sauer

Nein, Friedrich Merz wirbt nicht für dubiose Kryptowährungsportale
Nein, Friedrich Merz wirbt nicht für dubiose Kryptowährungsportale
© Maja Hitij / Getty Images
Dubiose Bitcoin-Portale ködern mit Friedrich Merz als Werbegesicht leichtgläubige Kunden, berichtet Stiftung Warentest. Der CDU-Politiker spricht von "kriminellem Missbrauch mit meinem Namen".

Seit Friedrich Merz (mal wieder) um den CDU-Parteivorsitz kämpft, ist er in der Öffentlichkeit wieder sehr präsent. Merz gilt als Wirtschaftsexperte und hat ein paar Jahre lang beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock gutes Geld verdient. Diesen Hintergrund machen sich derzeit auch Betrüger zunutze, für die Merz unfreiwillig als Werbegesicht herhalten muss.

Wie die Stiftung Warentest berichtet, benutzen unseriöse Bitcoin-Plattformen aktuell die Prominenz des CDU-Politikers, um leichtgläubige Anleger abzuzocken. Auf dubiosen Webseiten im Netz werden Fake-Artikel präsentiert, in denen über angebliche Traum-Investitionen von Merz und anderen Prominenten berichtet wird. Einer ist beispielsweise mit einem TV-Auftritt von Merz bei Markus Lanz bebildert.

Die Leser sollen dazu gebracht werden, sich auf Portalen wie "Profit Builder" anzumelden, wo sie angeblich mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Ripple oder Litecoin viel Geld verdienen können. Doch wie so oft, wenn schneller Reichtum versprochen wird, gilt: "Wer darauf reinfällt, verliert sein Geld", wie Warentest schreibt. 

Bekannte Promi-Fake-Masche

In Wahrheit wirbt Merz überhaupt nicht für Bitcoins und Co.: "Hier wird seit langer Zeit ganz systematisch krimineller Miss­brauch mit meinem Namen getrieben. Es gibt keinerlei auto­risierte Werbung von mir für irgend­welche Finanz­produkte", sagte der Politiker der Stiftung Warentest.

Die Betrugsmasche läuft laut Warentest so: Kunden, die sich auf den dubiosen Plattformen anmelden, werden kurz darauf von ausländischen Telefonnummern angerufen. Die Anrufer versuchen ihre Opfer dazu zu bringen, Geld zu überweisen oder ihre Kreditkartendaten zu nennen. Einige Angerufene würden einem "regelrechten Telefonterror" ausgesetzt, berichtet Warentest. Immer wieder werden sie aufgefordert, Geld zu überweisen. Irgendwann wird der Kontakt abgebrochen, der telefonische Betreuer, die Plattform – und das investierte Geld – sind nicht mehr erreichbar. Und irgendwo ploppt die nächste Abzockseite hoch. 

Friedrich Merz ist nicht der erste Prominente, der von solch betrügerischen Finanzportalen ohne Einwilligung vor den Karren gespannt wird. Auch Dieter Bohlen, Günther Jauch oder Frank Thelen bewarben in gefälschten Nachrichtenartikeln schon unfreiwillig vermeintlich sensationelle Investitionsmöglichkeiten. Erst im Frühjahr dieses Jahres nahm die Polizei eine Bande aus Bulgarien hoch, die deutsche Anleger um Millionen erleichtert hatten.

Die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin veröffentlicht regelmäßig Warnungen vor neuen unseriösen Handels- und Investitionsplattformen, gegen die ermittelt wird. Das Ganze gleicht aber einem Katz- und Maus-Spiel, da die Betrüger meist im Ausland sitzen und ihre Identität verschleiern.

Quellen: Stiftung Warentest / Bafin

bak

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